Zwei Tage vor der mündlichen Prüfung.
Meine Freundin und ich sitzen in der Cafeteria und unterhalten uns über die Bekleidung am Prüfungstag. Vermutlich werden wir ja dort einer Garde mittelalter Männer gegenübersitzen.
Irgendwie geht nun das Gerücht um, dass einige dieser Männer sich gern ablenken lassen von besonders tiefen Ausschnitten. Dies könnte ja beim Bewältigen einer akuten Wissenskrise durchaus helfen. Meint meine Freundin. Daher wird sie ihr bereits erfolgreich prüfungserprobtes Shirt vom letzten Semester anziehen.
Mir hingegen ist das irgendwie zuwider.
Soll ich tatsächlich nur für so ne depperte Note alte Männer mein Dekolleté anstarren lassen?! Mit der Brust wackeln wegen einer noch nicht mal gesicherten Chance, die Säcke aus dem Konzept zu bringen?! Wenn ich dann Pech habe, finden die das noch so toll, dass die mich durchfallen lassen nur um mich noch mal zu sehen!
Das ist mir alles zu blöd, daher mache ich genau das Gegenteil.
Ich lege mir eine Prüfungsburka zu. Sackartige Körperkonturen, Guckgitter – fertig. Nix mit Beurteilung der Schminkfertigkeiten, Bewunderung der Haarpracht, lüsternen Blicken, die an Rundungen entlanggleiten, Schweißausbrüchen alter Männer oder wilden Augen- und Blinzelspielen. Kommen, Reden, Siegen. So geht das.




Na schaun wir mal, es soll ja auch wieder sommerlich warm werden am Donnerstag….
[...] Und notfalls hätte ich mal ordentlich gespickt in den Mündlichen. Oder wäre die Sache mit der Prüfungsburka doch anders [...]