Heute war es mal wieder soweit: Ich habe einen Ausflug zum Wertstoffhof gemacht, um meinen Müll loszuwerden. So ein tolles System wie unser “Böblinger Weg” ist nicht in der gesamten Region üblich. In Stuttgart gibt es Gelbe Säcke, in die man alles reinstopft, im Kreis Ludwigsburg sortiert man nach “flach” und “rund” (die genaue Vorgehenssweise muss mir nochmal erklärt werden).
Und hier also sortiert man die “Wertstoffe” schon zu Hause vor, lagert sie, solange man Platz hat und bringt sie dann irgendwann zu besagtem Wertstoffhof. Das System ist ziemlich komplex. Neigschmeckte outen sich am Abholtag des Restmülls immer wieder durch überquellende Tonnen (jeder hat eine eigene), weil sie nicht wissen, was Restmüll ist. Als ich letztens meiner Sekretärin erklärte, dass ich beim Wertstoffhof war, fragte sie: Was?? Werkstoffhof??
Das System scheint also selbst 20 km weiter unbekannt zu sein. Außerdem hat jeder Haushalt eine Biotonne, die wie der Restmüll zweimal im Monat abgeholt wird. Alle anderen Stoffe sind WERTstoffe und müssen selbst weggebracht werden. Die Sortierung sieht dann so aus:
- Getränkekartons
- Kunststoffe
- Folien > A4
- Kunststoffhohlkörper (z.B. Shampooflaschen)
- Papier
- Kartons
- Styropor
- magnetische Dosen
- unmagnetische Dosen
- Verbundstoffe (z.B. Chipsdosen, Cappucinodosen)
- Glas (getrennt nach weiß, grün, braun)
Will man das System also korrekt bedienen und nicht seinen Müll auf dem Wertstoffhof erst sortieren, dann braucht man 11 verschiedene Behältnisse. Ob das nun besonders umweltfreunlich ist, dass jeder Haushalt mit seinem Auto extra fährt, weiß ich nicht. Jedenfalls finanziell ist es logischerweise effizienter: die Müllgebühren wurden 2008 von 5,15 Euro/120 Liter auf 4,60 Euro gesenkt.
Eher seltener vorkommend, aber dann auch im Wertstoffhof abzugeben, ist Folgendes:
- Hartkunststoffe (z.B. Schüsseln, Eimer, Plastikstühle)
- Autoreifen
- Elektrogeräte
- Leuchstoffröhren
- Schadstoffe (z.B. Farben, Laugen)
- Altholz
- Sperrmüll
- Schrott
Und weil das Abgeben ohne Auto echt ein Mist ist, packe ich immer schon beim Einkaufen alles aus, was auszupacken geht. Also Schokoriegel, Zahncreme und Kekse aus der Schachtel raus. Eigentlich sind es hauptsächlich Süßigkeiten, die doppelt und dreifach verpackt sind. Herr H. nimmt sich immer Kartons aus den Läden als Transportmittel mit. Auch das mach ich nie, ich muss den Sch. dann ja wieder entsorgen.
Man muss schon gewisse Eigenarten entwickeln, um hier gut überleben zu können …



