Früher, als ich davon redete, mich von meinem Hausstand zumindest teilweise zu befreien, stieß ich häufig auf Unverständnis. Nun endlich scheint jedoch die Zeit reif für ein erneutes Plädoyer gegen die Fülle.
Bei 5 von 6 Leute stoße ich mit diesem Thema auf Interesse oder sogar Begeisterung. Oft ist es so, dass man nicht weiß, wie man der Unmenge an Gegenständen Herr werden soll und viele Leute sind getresst von den angehäuften Gütern.
Genau diesen Leuten, die nicht wissen, wie sie das Problem des Besitzes zu vieler Sachen beheben sollen, möchte ich mit dieser Serie Mut machen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen geben.
Es ist gar nicht so schlecht, mit dem Entrümpeln in der Küche zu beginnnen. Dort hängen an den Gegenständen oft wenig Erinnerungen (das größte Problem beim Wegschmeißen), es sind meist reine (Nicht-)Gebrauchsgegenstände.
Schauen wir uns also mal das Geschirr an. Da wären die Teller: Meist als 6er-Set gekauft. Lebt man jedoch allein, ist das eine völlig unnötige Menge! Da reichen 3 Teller pro Sorte, also 3 tiefe, 3 flache, 3 kleine. Man kann dann immer noch Besuch bewirten, sollten dies mal mehr als 2 Personen sein, ist es auch kein Beinbruch, wenn einer eine andere Tellerart benutzt. Dasselbe gilt für Wein- und Saftgläser.
Tassen: Die sind ja ein beliebtes Geschenk und daher hat man meist auch viele davon. Viel zuviele. Ich habe mir früher auch viele selbst gekauft – die sind ja auch oft sehr niedlich. Mir fällt es am leichtesten, Sachen wegzuschmeißen, die ich mir selbst gekauft habe. Einem Schenker fühlt man sich ja oft verpflichtet und traut sich nicht, die Geschenke wegzuwerfen. Daher beginnen Sie also am besten mit den Tassen, die sie selbst gekauft haben. Stellen Sie zuerst die (höchstens 3) Tassen zur Seite, die Sie täglich benutzen. Dann sortieren Sie nach geschenkten und anderen Tassen. Nun werfen Sie alle anderen weg. Trennen Sie sich auch soweit möglich von den Geschenken. Sollten dann noch so ca. 6 Tassen übrig sein, so ist dies eine akzeptable Anzahl, die man auch später noch mal reduzieren kann.
Besteck: Räumen Sie Ihren Besteckkasten komplett aus. Dann stellen Sie Bestecksets zusammen, die aus Messer, Gabel, 2 Löffeln bestehen. Sollten nun noch Besteckteile übrig sein (weil vllt mal welche verloren gegangen sind), so schmeißen Sie die weg. Checken Sie Ihre Küchenmesser nach denen, die Sie wirklich gern benutzen. Werfen Sie alle weg, die Sie nie benutzen, weil sie unpraktisch, unscharf (Nein, Sie werden die eh nie schärfen) oder kaputt sind.
Noch ein Hinweis zum “Wegschmeißen”. Ich habe ein Problem damit, Sachen, in denen soviel Energie, Arbeit und letztlich Geld steckt, einfach auf den Müll zu werfen. Daher versuche ich meist, die Sachen woanders unterzubringen. Das ist nicht so einfach, da eben viele Personen auch schon zuviel haben und nichts brauchen. Aber überlegen Sie mal, ob Sie nicht in der Firma eine Teeküche haben, in der ständig zu wenig Tassen stehen oder die Löffel fehlen! Stellen Sie Ihre Sachen einfach dazu! So können Sie sie noch jeden Tag sehen und wissen, dass sie endlich benutzt werden (was ja der Zweck des Geschirrs ist!). Vielleicht gibt es auch einen Sozialladen in der Nähe, der sich über Spenden freut oder es steht eine Hochzeit an, wo gepoltert werden soll.
Machen Sie es sich damit so einfach wie möglich, denn wenn der Abgabeakt zu kompliziert und aufwendig ist oder zu lange dauert, besteht die Gefahr, dass Sie die Sachen doch behalten.
So, nu aber ab inne Küche und viel Erfolg!




ha, nur gut, dass wir selbst nach dem zusammen ziehen nur über 4 flache un 3 tiefe teller verfügen. ich glaub das entrümpeln der küche kann ich mir gerad sparen – obwohl tassen – tassen haben wir mehr als genug…!
…bin kurz mal in der küche :)
Ebendieselbe Situation bei mit in der Küche. Würde wahrscheinlich mittelgrosser Flohmarkt aufmachen können mit meinem ganzen Krempel….
Bloß nicht auf den Flohmarkt warten, sag ich da.
Das dauert viel zu lange. Es ist immer am besten, die aussortierten Sachen so schnell wie möglich zu entfernen, da man es sich sonst vllt doch noch mal anders überlegt – und nachher steht dann alles wieder da.
Aber rein finanziell wärs ne Überlegung wert. :o)))