Man hört ja immer wieder Klagen wegen der hohen Spritpreise. Da soll doch die Regierung mal was machen, die Ölkonzerne sind schuld, die Autos zu schwer, ich höre von Leuten, die die Rückbank ausbauen, die EM-Fahne abmontieren und die Schwiegermutter nicht mehr mitnehmen. Letztens erreichte mich der Aufruf, ich solle ganz gezielt Shell und Total boykottieren, um die zu zwingen, den Preis zu senken und so den Preiskampf zu entfachen.
Dabei steckt hinter dem ganzen doch eine Riesenchance – warum schreien wir nicht alle nach billigerem öffentlichen Nahverkehr, nach billiger (subventionierter) Bahn, nach mehr Bussen auf den Dörfern, mehr Haltestellen und ingesamt einem dichteren Netz?
Jeder will immer die Umwelt schützen, die Natur erhalten – warum nicht jetzt, indem die Karre einfach verkauft wird (Ja, noch kaufen Leute Autos!) und man mit vielen Leuten gemeinsam EIN Auto benutzt?
Jeder schränkt sich immer mehr ein, nur um den Sprit bezahlen zu können – da wird weniger gegessen, las ich heute, weniger in den Urlaub gefahren, weniger Klamotten gekauft usw. Wieso lassen sich die Leute das Leben so dermaßen von irgendwelchen Preisen diktieren?! Wenn es genug Leute gibt, die mit dem ÖPNV fahren wollen, dann wird sich da auch was tun! Und zwar etwas, was eine nachhaltigere Wirkung hat, insbesondere aus Umweltschutzsicht. Meiner Meinung nach vergebens hoffen die Leute dagegen darauf, dass der Staat Steuern oder gar die Ölmultis die Preise senken werden.
Und ma ehrlich: Wer heute in einer einigermaßen dicht besiedelten Gegend wohnt, hat alle Chancen mit Öffentlichen zur Arbeit, Uni … zu kommen! Bei mir hier fährt nur jede halbe Stunde eine Bahn in die nächste Stadt. Das ist vielen Leuten schon Argument genug, auf die Scheiß-Bahn zu schimpfen. Aber – wer es nicht gebacken kriegt, sich pünktlich zum Bahnhof zu begeben, der ist doch irgendwie einfach nur unfähig!
In diesem Sinne – fröhliche Freitags-Stau-Rush-Hour! :o(



