Ich habe Angst. Vor Geschenken.
Es gibt welche, die habe ich schon seit Jahren verpackt daliegen. Manchmal spekuliere ich, was drin sein könnte. Ich werde neugierig, will es auspacken, aufreißen, vernaschen … Doch plötzlich ist sie wieder da – die Angst.
Vielleicht ist was ganz Hässliches drin, wofür ich mich dann aber trotzdem überschwenglich bedanken muss, was ich mir gar hinstellen und jahrelang staubbewischen muss. Oder es ist Geld drin, vielleicht soviel, dass es mir im Nachhinein superpeinlich ist.
Ich habe mal als Kind im Ferienlager einer Tante einen Brief geschrieben und subtil um Geld gebettelt. Die Tante schickte mir 5 Mark. Als meine Mutter das rauskriegte, schickte sie der Tante die 5 Mark zurück, schwieg mich an und ich hatte ein schlechtes Gewissen. Seitdem sind mir Geldgeschenke peinlich.
Der Verehrte ist dazu übergegangen, mir Lammsalami zu schenken. Das finde ich gut. Da rieche ich schon von außen, was es ist. Es macht die Zähne nicht kaputt, nicht dick, keinen Durst und ist noch dazu lecker.
Alle, die grad keine Lammsalami zur Hand haben, können auch gern gute Wünsche hinterlassen. So wie Frau M. aus S., die mir heute zum Geburtstag unter anderem Pragmatismus wünschte. Guter Wunsch.



