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Mut ist das Wagnis,
mehr zu können, als man kann.

Heinrich Wiesner

Wahrheit ;o)

Aufrichtige, ehrliche Menschen sind schwache, phantasielose Tölpel, die kein Risiko im Leben eingehen wollen.

Ephraim Kishon, Kishon für alle Fälle

Wohnen

Gerade habe ich das Blog einer “Rollheimerin” gefunden. Sie wohnt im Wagendorf Karow in Berlin.

Und da ich mir ja schon viele Gedanken um meine zukünftige (also dann in zwei Jahren aber auch so grundsätzlich) Wohnform mache, wäre das vielleicht eine Alternative. Keine Miete zahlen, keine langfristigen finanziellen Verpflichtungen. Und in Berlin gibts ja mehrere solcher Dörfer. Direkt bei uns hinter dem Haus steht schon das erste.

Vermutlich ist man im Winter den ganzen Tag mit Heizen beschäftigt – aber das hat ja auch was Archaisches. Oder machts nicht jedem Spaß, ein Feuer anzuzünden und ihm zuzugucken?

Und wie man sieht, gibts dort auch Internet. Ohne das mach ichs nämlich nicht!

Schreiben

Im Liegen überfällt mich das Gehirn mit Gedanken aller Art.

Zumeist befasst es sich dann damit, was ich welcher Person alles schreiben könnte. Ich könnte der einen schreiben, dass ich sie gern hab – auch wenn ich es nie so gezeigt habe und dass ich sehr dankbar bin für früher, für die Ideen und Unternehmungen, für die Kreativität und die lustigen Ereignisse. Der anderen könnte ich schreiben, dass sie sich irrt, wenn sie meint, ich finde sie furchtbar nur weil ich oft nicht gut finde, was sie macht. Ich könnte schreiben, dass genau das Gegenteil der Fall ist, dass ich es nur traurig finde, wie sie sich selbst das Leben schwer macht und ich nur deshalb die kläglichen Versuche einer Rettung unternehme. Dann könnte ich der nächsten schreiben, dass sich nichts geändert hat, auch wenn sich scheinbar alles geändert hat. Und der übernächsten – wie zerbrechlich sie mir scheint und wir gern ich sie in den Arm nehmen würde. Und der y-ten – wie …

Dann fällt mir aber wieder ein, dass die eine sich überhaupt nicht für mich interessiert, dass der anderen meine Gedanken sowieso egal sein werden und dass die nächste die veränderte Lage als real ansieht. Dann frage ich mich, was es für einen Sinn haben soll, sich so bloßzustellen, etwas zu schreiben, was auf Gleichgültigkeit vielleicht auf Unverständnis und unabänderliche Tatsachen stößt. Das Gehirn liefert Formulierungen, die treffen, die manchmal wehtun, die Hoffnung machen, die alles ausdrücken, was ich sagen will.

Und die dann mit dem Aufstehen verschwunden sind. Was vielleicht auch gut ist, denn vermutlich wäre es ein Schock für einige Personen, etwas, dass nicht einsortierbar wäre, etwas, das sie nicht erwartet hätten. Etwas, was unsere Beziehung vielleicht grundsätzlich neu definieren würde. Die andere Person müsste reagieren, müsste nachdenken, wäre vielleicht peinlich berührt. Ich würde sie zwingen, zu längst Vergangenem Stellung zu nehmen, zu mir Stellung zu nehmen. Das könnte wiederum für mich zur Herausforderung werden, denn wie geht man so eine neu definierte Beziehung an? Wie geht man um mit mehr Emotionalität? Mit Echtheit? Mit Tiefe? Mit Ablehnung?

Eines Tages werde ich vielleicht genug Mut haben, das herauszufinden.

Schon lang nicht mehr

hatte ich nur noch EINE Mehl im Posteingang. Alles abgearbeitet.

Ein Loch

Es regnet, mein Kopf tut weh. Aber immerhin gibts Kaffee und Internet. Und seit gestern den VERTRAG! Jippi!

Abschied

Mann, wie ich Abschiede hasse.

Man merkt es mir, denke ich, zwar meist nicht an – aber Abschiede betrüben mich zutiefst. Wie gestern der Abschied von meiner Lehrerin. Wir haben uns ja wirklich nicht oft gesehen – nur fünfmal – aber in der Zeit doch irgendwie ganz intensive Gespräche geführt. Wie gestern, als ich meinen Lebenslauf erzählte und immer wieder auch Gründe für die einzelnen Stationen vorbrachte. Wie ich ihr z.B. erzählte, dass es mir früher schwer fiel, zu sagen, dass ich Landwirt bin und warum das so war. Und das erst das Studium mich eigentlich davon befreit hat. Weil ich erst da Kontakte mit Leuten hatte, die Landwirtschaft als ein ganz normales Studienfach angesehen haben und mich nicht als “Magd” (ja, auch sowas musste ich mir anhören) betrachteten.

Alles Schlechte soll ja aber auch immer was Gutes haben und so ist auch dieser Abschied vielleicht etwas Gutes. Er bringt mich in erster Linie meiner Abreise näher. Aber er hat vielleicht auch verhindert, dass ich noch mehr Persönliches erzähle. Dass ich erzähle von den schwierigen Diskussionen der letzten 12 Monate, vom Frust, von Euphorie, von Traurigkeit, von geplatzten Träumen …

Und trotzdem hasse ich Abschiede.

Camfranglais

Heute war die vorletzte Stunde mit meiner Französisch-Lehrerin. Normalerweise machen wir immer 90 Minuten Unterricht. Und heute waren wir so am Quatschen, dass wir nach einer Stunde erst ein bisschen Grammatik gemacht haben. Und dabei hatte ich noch so viele Fragen  …

Ich hatte mir am Samstag in Strassburg einen französischen Reiseführer von Kamerun gekauft.

Und da wurden u.a. die Besonderheiten von “Camfranglais” beschrieben. Es muss da wohl zum Teil ein sehr kreatives Mischmasch der Sprachen geben. Und ein paar dieser Begriffe lies ich mir heute erklären. Eine Toilette heißt auf französisch “cabinet” (keine Rechtschreibgerantie) und wenn man aufs Klo geht, dann geht man “cabiner”  – das ist so, als ob man auf deutsch sagen würde “toilettieren”. Oder wenn man fragt, ob jemand “geschmückt” ist, ist das die Frage, ob der Tank des Autos voll ist. Kann aber auch heißen, dass eine Frau ordentlich Holz vor der Hüttn hat – also Vorsicht!

Hin und wieder ersetzt man auch einfach ein franz. Wort durch ein afrikanisches: Ein “girl” wird ein “go” und ein “maison” ein “ntung”. Also das kann lustig werden ….

Isch bön überforderrt

Inzwischen habe ich ja regen Kontakt zu meinem Vorgänger.

Natürlich interessiert mich alles, was mit dem dortigen Leben zu tun hat. Und heut hat er mir Fotos von “meinem” Haus geschickt.

p1000920

Ich bin ein wenig schockiert – 200 qm Wohnfläche!!! Ick flipp aus – das ist ja 5 mal soviel wie in der letzten Wohnung. Und 1omal soviel wie im Container. Wat soll isch damit?!?! Schrecklich. Bitte besucht mich alle! Einer muss ja auch die 500 qm Garten pflegen ;o)

Französisch lernen.

Heute hatte ich die erste Französisch-Lektion.

Und ich bin jetzt ganz froh, denn so katastrophal wie der efe meine Kenntnisse eingestuft hatte, sind sie gar nicht. Morgen werde ich dann versuchen, auf französisch zu erklären, was für eine Aufgabe ich dort eigentlich habe.

Inzwischen versucht die Frau M., mir noch irgendwie zu einem Französisch-Kurs in Frankreich (vor Jahresende) zu verhelfen. Sie telefoniert schon seit einer halben Stunde mit verschiedensten Leute, die irgendwann mal einen Freund in F gehabt haben o.ä. (O-Ton: “Lebt der noch?”, “Hat die nicht Kinder, die gehütet werden wollen?”). Ist es verständlich, dass mir das ein wenig peinlich ist?

Immerhin durfte ich mit der jetzigen Lehrerin selbst den Termin ausmachen. Muttis halt. Ist ja auch schön irgendwie.

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