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Archive for June, 2007

Nein, heute doch nicht die Hasstiraden auf alte Leute mit Krücken, die unbedingt Erdbeeren selbst pflücken wollen, obwohl sie kaum gehen können ;o).

Lieber erzähle ich von den zwei Paketen, die mich heute abend auf meiner Treppe überraschten!

Das schönere der beiden war schwer, richtig schwer. Und kam aus der Schweiz! Und wofür ist die Schweiz am bekanntesten (neben den Konten)? Richtig, für die Schokolade! Die liebe Frau A. hatte ein Paket mit ungefähr 25,8 Kilo Schoki und anderen Leckereien aus der Schweiz gefüllt und damit absolut passend und überwältigend unglaublich auf mein Gejammer reagiert. Außerdem insofern ebenfalls perfekt passend, dass man das alles aufessen kann und so nicht meine antimaterialistischen Ziele torpediert werden ;o).

Frau A., vielen vielen Dank!

Das zweite Paket enthielt Arbeit – aber nicht für mich, sondern für unsere Praktis. Es waren ein paar Exemplare unseres APOLLO-Lehrbuches “Ach so!”.

Wir werden uns alle am WE treffen und ich freue mich schon auf russische Abende am Grill, nächtliche Philosophie mit dem Verehrten, Weintrinken mit Frau S. und Frau S., Spiele und Gespräche mit den Praktis, Begucken von Freiburg, Seele baumeln lassen … Jippiii! Schönes Wochenende!

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Der heutige Tag begann als echter bad hair day.

Dass meine Haare morgens eine Katastrophe sind, kenne ich ja schon. Wenn ich aber gleich morgens, wo ich gerademal die Hymne zustande bringe, schon von der dauerplappernden Frau G. erwartet werde, ist die bis dahin mäßige Laune vollends am Arsch.

Und dann kommt diese Tussi auch noch mit DER Frage: “Ond wo ischs na scheener: Hier em Schwobaländle odr do en Berlin?”. Da ich aber in jahrelangem Training geübt habe, meine Emotionen zu kontrollieren, explodierte ich nur innerlich. Dann schleuderte ich in ihr, voller Erwartung der Antwort “Hier natürlich”, bereits überheblich grinsendes Gesicht ein “Berlin natürlich, das ist die beste Stadt der Welt!”. Und voller Genugtuung feixte ich mir eins, als ihr daraufhin das Grinsen einfror.

Das hört sich jetzt wenig spektakulär an, aber wer die Schwaben kennt, weiß, wie empfindlich sie auf Miss- oder gar Verachtung ihres schönen Landes reagieren.

Weiterhin übelst gelaunt hisste ich diesmal mit Herrn H. und ohne Hymne die Flagge. Aber Herrn H. wäre nicht Herrn H. wenn er nicht auch damit umgehen könnte. So war er mal wieder die Süßigkeit in Person, wir beschimpften uns ein bissel gegenseitig in schönstem schwäbischen Slang, ich musste lachen und der Tag wurde gut.

Später auf unserer Shoppingtour begeisterte ich mich mit Irakli für Gretschka mit Smetana, wir kauften Suschki und besprachen das Menü für unsere russische Party. Dann schaute ich noch bei Aliya vorbei, wir mampften Erdbeeren und belustigten uns über die Probleme mit der jeweils anderen Sprache.

In solchen Momenten liebe ich das Leben hier und verschwende keinen Gedanken an meinen Umzug. Dann lese ich wieder die 1000 guten Gründe von Jule und will sofort nach Rostock.

Kurz darauf höre ich “Ja umiraju bes tebja” vom romantischen Dima Bilan, sterbe mit ihm und will nach RU. In der nächsten Minute ruft Herr H. an und erzählt mir von seiner neuesten Erfindung, wir beschimpfen uns wieder ein bissel und ich beschließe, doch hier zu bleiben. C’est la vie!

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Im Laufe des Tages muss ich mir ja so allerhand anhören.

Da höre ich orientalische Märchen, Sorgen von Schwiegermüttern, das Donnergrollen des Himmels …

Aber das Schlimmste ist das ewige “Die sähn jo aus wia gmoolt!” Ich nehme mal an, dass das bedeuten soll, dass die Erdbeeren einfach ganz wunderbar aussehen. Für einen Schwaben ist das schon ein irre großes Lob, denn hier handelt man ja eher nach der Devise “Ne g’schumpfe isch g’lobt g’nuag!” (Wenn ich nicht schimpfe, ist das genug des Lobes).

Für mich allerdings grenzt das an Beleidigung. Soll ich mal Erdbeeren malen?

erdbeeren03.jpg

Ich denke, das Ergebnis wäre bei 99% der Bevölkerung nicht viel schöner. Und mit solchem Amateurtum vergleichen die unsere kleinen Wunder der Natur: die perfekte Form, die satte Farbe, das Knuspern beim Essen, die perfekte Mischung zwischen Süße und Säure, der unvergleichliche Duft … wer soll das denn malen?!

Schlimmer als schlimm begeisterte sich heute eine andere Kundin: “wie gemahlen” hörte ich da. WAS?!? GEMAHLEN?! Solchen Leute sollte man lebenslänglich Begeisterungsverbot erteilen.

Von meinen Schwierigkeiten, darauf eine nicht beleidigende Antwort zu finden, rede ich lieber gar nicht. Nun ja, höre ich mir morgen also wieder den ganzen Mist an. *örks*

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Rote Götter

Och ich glaub, heute lass ich mal einfach ein Bild sprechen.

erdbeeren02.jpg

Ihr dürft mich jetzt alle heftig beneiden, weil meine Hauptnahrung im Moment aus leckeren Korona besteht. Mein Schlummertrunk ist ein Erdbeershake mit nem Kilo Erdbeeren und ein bissel Milch.

Wenn ich Glück habe, träume ich dann vom entzückend-phantastischen Bienenfresser und nicht von meinem Umzug. Und der nächste Morgen beginnt dann wieder mit den süßen roten Göttern. ;o)

Besucht mich doch mal! Auf www.obsthof-kempf.de gibts einen Plan.

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Meine heutige Hymne war leider nicht so richtig gut gewählt:

Kein schöner Land in dieser Zeit als hier das unsre weit und breit, wo wir uns finden wohl unter Linden zur Abendzeit …

Prompt wurden die ersten Kunden mit “N’Abend” begrüßt. Aber das ganze Kundenbetuddel läuft eh schon vollautomatisch und ich denke nebenher meine eigenen Gedanken. Ich habe im Moment immer mein Vogelbestimmungsbuch dabei und dort steht auch was Nettes über die Klasse Gastropoda (Schnecken) drin:

Sie leben in Salz-, Brack- und Süßwasser oder auf dem Trockenen. Sie atmen mittels Kiemen oder Lungen. Unter ihnen gibt es Allesfresser und Pflanzenfresser. Manche fressen Aas, viele leben räuberisch, es gibt auch Schmarotzer. Schnecken sind entweder getrenntgeschlechtlich oder Zwitter. Sie legen ihre Eier entweder einzeln oder im Gelege ab. Aus den Eiern schlüpfen entweder junge Schnecken oder Larven.

Schnecken können also – wie es aussieht – alles.

Wenn sich also eines Tages alle Menschen gegenseitig umgebracht haben, werden, so glaube ich, Schnecken die Weltherrschaft übernehmen. Ihnen wird zugute kommen, dass dann auch der Meeresspiegel so weit angestiegen sein wird, dass bisher zu trockene Gebiete besiedelt werden können. Auch in den (ant)arktischen (heute noch zu kalten) Gebieten könnten sich beschneckte Metropolen entwickeln. Ich bin mir sicher, dass Schnecken die besseren Erdbewohner wären. Das bisschen Schleimspur als Hinterlassenschaft kann man wohl kaum als Umweltverschmutzung bezeichnen. Still und unbeachtet leben sie unter uns und es sind schon Milliarden. Wer sich also schon immer gefragt hat, was wohl nach uns kommen wird – es sind Schnecken!

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Heute war in BW ein Feiertag und wie erwartet kamen Unmengen von Leuten.

Und auch welche, die mich am liebsten gelyncht hätten, weil ich ihnen nichts verkaufen konnte. Ist ja echt unglaublich, wie manche Leute ausflippen können, wenn sie was nicht kriegen: "Ja so an Quatsch hier, was mach ich jetzt, ich brauch aber Erdbeeren, jetzt schaffe se de Breschtleng gefälligst her!".

Oder der eine, der pseudoprofessionell die Temperatur prüfen wollte und mit der Hand alle Körbe antatschte: Ich sagte, dass auch unsere Pflücker die Erdbeeren nicht anfassen dürfen. Er, überheblich grinsend: "Hahaha – ond wia pflücke die dann?" mei mei… da hilft nur: gemütlich bleiben. Insofern traf die Wahl der heutigen Hymne ins Schwarze:

Probiers mal mit Gemütlichkeit,
mit Ruhe und Gemütlichkeit wirfst du die ganzen Sorgen über Bord.
Und wenn du stets gemütlich bist und etwas appetitlich ist,
greif zu, denn später ist es vielleicht fort.

Was soll ich woanders, wo’s mir nicht gefällt?
Ich gehe nicht fort hier, auch nicht für Geld.
Die Bienen summen in der Luft,
erfüllen sie mit Honigduft,
und schaust du unter nen Stein,
entdeckst du Ameisen, die hier gut gedeihn.
Nimm davon zwei, drei, vier.
Denn mit Gemütlichkeit kommt auch das Glück zu dir!
Es kommt zu dir!

Na, und pflückst du gern Beeren und piekst dich dabei,
dann lass dich belehren: Der Schmerz geht bald vorbei!
Du musst bescheiden und nicht gierig im Leben sein,
sonst tust du dir weh,
du bist verletzt und zahlst nur drauf,
drum pflücke gleich mit dem richt’gen Dreh!
Hast du das jetzt kapiert?
Denn mit Gemütlichkeit kommt auch das Glück zu dir!
Es kommt zu dir!

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Ein guter Tag

Heute war ein guter Tag, der zünftig mit dem Hissen der Flagge und der polnischen Nationalhymne begann.

Bereits kurz nach 9 waren wir das erste Mal ausverkauft.

Als Henning dann die nächste Fuhre brachte, tauchte auf einmal Peter auf, den ich schon eeewig nicht mehr gesehen hatte. Nach ein bisschen Rumgeflachse klingelte mein Telefon und Farid, mein russischer Problempraktikant rief an. Vorsichtig fragte ich, wie es ihm geht und er sagte “normalno” – das bedeutet “gut”. Da war ich richtig überrascht, denn ich hatte schon befürchtet, dass der Landwirt ernst macht und den Armen vom Hof schmeißt. Wie es aussieht, war meine Vermittlertätigkeit jedoch erfolgreich: Farid arbeitet jetzt mit Spaß bis 10 Uhr abends, v.a. weil er auch jede Überstunde bezahlt kriegt. Mit dem russischen Gerede hab ich dann auch noch Peter so sehr beeindruckt, dass er mich anguckte, als sei ich von nem anderen Stern ;o)

Am Nachmittag drängten sich die Kunden vor dem kleinen Hüttchen wie in alten Zeiten. Wenn man nur in solchen Augenblicken die Zahl unserer Pflücker verdoppeln könnte … Aber Mangel erzeugt ja Verlangen und so hoffe ich, dass die vielen schmachtenden Kunden uns weiter die Hütte einrennen.

Der Tag endete gediegen mit einem Döner, einer Klatsch- und Tratsch-Runde mit Henning und einer nächtlichen Erdbeerpflückaktion.

Noch schnell die Erdbeerseite von Kempfs aktualisieren und dann rolle ich mich ins Bett. ;o)

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Selbstverständlich begann der Tag auch heute wieder mit einer passenden Hymne:

Ich denke was ich will und was mich beglücket,
doch alles in der Still’ und wie es sich schicket.
Mein Wunsch und Begehren kann niemand verwehren.
Es bleibet dabei: Die Gedanken sind frei!

Wie es sich schicket lasse ich meine Gedanken selten laut werden – zumindest, wenn Kunden gerade die ihrigen geäußert haben. Denn meistens wollen sie eh keine weiteren hören.

Heute allerdings hatte ich einen Kunden: Fasziniert hob er eine Erdbeere hoch und meinte begeistert, was das doch für ein Wunder der Natur sei. Woher könne denn die Erdbeere wissen, dass sie so geformt sein müsse. Da müsse doch Intelligenz dahinter stecken. Oder so ein Samen, den man einfach in die Erde steckt. Es gäbe doch nur Wasser, Sonne, Erde und den Samen – jedes allein völlig unintelligent. Wie kann dann so etwas wie eine Pflanze entstehen. …

Ich persönlich bin ja ein Verfechter der reinen Biologie, Chemie und Physik. An eine alles ordnende Intelligenz glaube ich nicht.

Daher musste ich ihm sagen, dass das alles physikalische Vorgänge sind und aus meiner Sicht die verschiedenen Formen in Flora und Fauna hauptsächlich durch Selektion entstanden sind. Ganz geglaubt hat er mir wohl nicht und ich fürchtete schon, im nächsten Augenblick einer Bekehrungsattacke ausgesetzt zu sein. Glücklicherweise kamen dann weitere Kunden und so sagte ich ihm, dass wir das Gespräch gern morgen beim Kauf weiterer Körbe Erdbeeren weiterführen könnten ;o))

Davon, dass mich Archie noch besucht hat (was eine gewisse Frau M. aus B. interessieren dürfte) und sprachlos an meinem Tresen vor sich hin weinte, erzähle ich dann vielleicht morgen ;o)

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Ganz nach dem Motto "Erdbeerplücker- und verkäufer aller Länder, vereinigt euch!" haben wir zum heutigen Flaggehissen die Internationale gesungen.

Wacht auf, Verdammte dieser Erde,
die stets man noch zum Hungern zwingt!
Das Recht wie Glut im Kraterherde
nun mit Macht zum Durchbruch dringt.
Reinen Tisch macht mit den Bedrängern!
Heer der Sklaven, wache auf!
Ein Nichts zu sein, tragt es nicht länger
Alles zu werden, strömt zuhauf!

Völker, hört die Signale!
auf zum letzten Gefecht!
Die Internationale erkämpft das Menschenrecht.

Den ganzen Text bei wikipedia.de lesen

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Nun, da endlich die Erdbeersaison auch auf unserem Gewann eröffnet ist, kann ich mich mal wieder ganz anderen Vergnügungen widmen.

Der Morgen beginnt mit dem Einladen von Equipment, also die Waage, leere Erdbeerkörbe und weiterer Krimskrams werden ins Auto befördert. Dabei hilft mir immer Henryk (unser polnischer Arbeiter), der, um seine große Hilfbereitschaft zu demonstrieren, dabei immer ganz hektisch hin und her rennt.

Auf dem Feld angekommen, wird alles ausgeladen (Henryk in gewohnter Hektik).

Dann folgt der feierliche Augenblick des Morgens: Wir hissen unsere neue Erdbeerflagge. Dabei summen wir (mangels Textsicherheit) die russische Nationalhymne. Warum russisch? Ich habe in diesem Jahr festgestellt, dass Henryk richtig gut russisch kann. In seinem Kurs in der Uni war er der Beste, hat er mir jetzt erzählt. Ich rede inzwischen fast nur noch russisch mit ihm und komme mir vor wie in meinen besten Lernzeiten in RU ;o)

Wenn wir Glück haben, ist bis dahin noch kein Kunde erschienen.

Haben wir Pech, warten die ersten schon seit 10 vor 9 vor dem Kiosk und haben wir großes Pech (wie heute) dann ist der erste Kunde schon auf dem Feld und bedient sich. Komischerweise haben solche Leute kaum ein Unrechtsbewusstsein: Es wächst doch eh alles hier und Öffnungszeiten interessieren nicht und überhaupt werde man sich erstmal beim Chef über mich beschweren. Spätestens zu dem Zeitpunkt grinse ich mir einen, denn der Chef ist mein bester Freund. Es ist immer wieder spannend zu beobachten, was Leute in so einer Situation erzählen, wenn man selbst einfach gar nichts sagt.

Der Tag geht dann dahin mit Wiegen, Kassieren und Anhören von neuestem Klatsch und Tratsch aus dem Dorf. Seit ich in meinem letzten Buch (Das Mathe-Gen) gelesen habe, dass wir u.a. aufgrund unsere Fähigkeit zu Klatsch und Tratsch so weit “oben” auf der Leiter der Evolution sind (ok, das ist jetzt stark vereinfacht wiedergegeben), beteilige ich mich natürlich gerne daran ;o)

Zwischendurch gilt es noch, einen verzweifelten russischen Praktikanten zu beruhigen (Zitat: “Ich sterbe hier!”) und dessen Arbeitgeber zu vermitteln, dass kein Russe nach 3 Tagen perfekt deutsch oder gar schwäbisch kann.

Dann muss ich den ganzen Tag über auch meine wirren Ideen für Blog-Einträge sortieren und werde dann am Abend feststellen, dass das Meiste davon nix taugt.

Und dann sitze ich am Abend noch da und schreibe sowas wie hier zusammen.

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