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Archive for June, 2007

Das war Johann Philipp Lorenz Withof in Duisburg. Anlässlich seines Geburtstages vor 283 Jahren schreibe ich euch heute eine kleine Parabel.

Es waren eimal eine Hundefrau und ein Hundemann. Diese lebten allein an zwei verschiedenen Enden der Welt.

Eines Tages trafen sich die beiden zufällig und schon nach einem kurzen Schnupperer bemerkten sie Erstaunliches: Sie konnten sich richtig gut riechen. Beide hatten nämlic sehr hohe Ansprüche, die bisher niemand erfüllen konnte: Der eine war zu lockig, der andere hatte zu kleine Ohren oder sah lächerlich aus, wenn er ein Bein hob. Der nächste wollte immer nur in der Hütte sitzen, der übernächste war ein Streuner …

Beide waren überglücklich, endlich auf DEN Hund gekommen zu sein – das war ein Gejuchze und Gebelle, ein Geschwänzel und Umhergetolle. Sie entdeckten, dass sie sich am besten Bälle zuspielen konnte und so wurde dies ihr liebstes Spiel. Die Sonne schien auf einmal heller, die Vögel tirilierten, ja es schien sogar fast eine völlig neue Hundewelt zu entstehen.

Dann geschah etwas Ungewöhnliches:

Als die Hundefrau eines Tages wie üblich den Hundemann zum Tollen abholen wollte, lag dieser vor seiner Hütte und bedeckte die Augen mit den Pfoten. Er murmelte, er habe Augenschmerzen, ihm seien heut 9 und nicht wie sonst nur 8 Haare ausgefallen, außerdem sähe das Gras vor seiner Hütte ein wenig vertrocknet aus und darüber müsse er nun einmal ernsthaft nachdenken. Erst wenn er diese merkwürdigen und besorgniserregenden Phänomene aufgeklärt habe, könne er wieder umhertollen.

Die Hundefrau merkte, dass ihr armer Hundemann ob dieser skandalösen Vorfälle in einer tiefen emotionalen Krise steckte und wollte ihm alle Zeit der Welt lassen, darüber nachzudenken.

In den nächsten Tagen und Wochen schaute sie immer mal wieder an seiner Hütte vorbei und warf ihm sachte einen Ball zu. Meist zwinkerte er nur müde und sie wusste, dass er noch immer in tiefstes Nachdenken versunken war.

Dann und wann schien er fast zu schlafen und nach vielen Wochen beschloss sie daher zu prüfen, ob er noch immer nachdachte. Sie füllte einen Luftballon mit Wasser und lief zur Hütte. Wie immer lag er mit geschlossenen Augen in der Sonne. Sie holte aus und warf statt einem Ball den Ballon mit Wasser auf den Hundemann.

Da sprang er auf, rieb sich den Schlaf aus den Augen und kläffte sie wütend an, wie sie es wagen könne, ihn derart beim Nachdenken zu stören. Gerade eben habe er überlegt, ob er vielleicht gar keine Haare mehr verlieren würde, wenn er sich einfach überhaupt nicht mehr bewegen würde. Böse knurrte er ihr zu, dass er zum Nachdenken Ruhe bräuchte und sie auch mit dieser kindischen Ballspielerei aufhören solle.

Die Hundefrau lächelte wissend und ging ihrer Wege.

Die Moral von der Geschicht’: Getroff’ne Hunde bellen.

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