Das ist jetzt etwas peinlich, aber ich tu’s trotzdem. Außerdem hat ja wohl jeder ein paar merkwürdige Angewohnheiten. Also gut: Ich sterbe für gefrorene Hefeklöße.
Da habe ich meinen Lieblingsladen mit dem Lieblingsverkäufer Käufi, bei dem ich das Zeug beziehe. In letzter Zeit hörte ich munkeln, dass das in Zukunft nicht mehr so einfach sei mit dem Klößen aber bisher hat es noch immer geklappt.
Nur letztens, da kam ich rein und die Hefekloßtruhe war abgeschlossen. Ich erkundigte mich bei Käufi und der sagte, es sei nicht mehr erwünscht, dass blonde Frauen aus Berlin die Klöße wegkauften. Verständlicherweise war ich schockiert, der Stoff, den ich dringend brauchte, sollte auf einmal unerreichbar sein? Vorerst mal noch sachlich, fragte ich nach Gründen. Die waren natürlich der totale Witz: Das könnte die Haare schädigen, die Kühltruhe muss immer ausgelastet sein, ich solle lieber Joghurt kaufen. Den finde ich jedoch ekelhaft.
Also flippte ich aus: Ich schrie, schmiss mich hin, streckte die Füße in die Luft. Als ich fertig war, guckte ich Käufi erwartungsvoll an. Ich erwartete, dass er ob meiner Verzweiflung einlenken würde, er sagte jedoch nur eisern “Na und?”. Wieder tickte ich aus. Hinschmeißen, Füße und Arme gen Himmel strecken, zappeln, brüllen Haare raufen, trampeln…. Nichts. Danach versuchte ich es anders: Och bütteee, büüüüttttte, bühühütttäääää!!! Nichts. Dann weinte ich, guckte traurig, kündigte Depressionen an, machte schwarze Augen… Immer noch nichts.
Es macht einen echt fertig, so machtlos zu sein. Also drehe ich den Spieß jetzt um: Ich verzichte auf die Klöße. Die können mir mal gestohlen bleiben. Und wenn Käufi mich irgendwann anfleht, doch wieder Klöße zu nehmen – ich bleibe hart. Und jedesmal, wenn ich an der Truhe vorbeigehe, gucke ich weg und lassen mir nicht anmerken, wie süchtig ich eigentlich danach bin.

Ab jetzt ist das Zeug tabu. Macht eh nur dick, der Hefekloß.




[…] 10, 2008 von glasok Diese Enttäuschung mit den Hefeklößen macht mir schwer zu schaffen. Vielleicht haben sich auch einige schon gewundert, was das soll – […]