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Archive for February, 2008

Irrtum

Jedem Studi droht zum Abschluss des Studiums eine irgendwie geartete halbwegs selbstständig erstellt Arbeit.

Meine sollte schnell gehen, nicht mit Dreck von Feld oder Wiesen verbunden sein, ohne Reiseaktivitäten auskommen und mögich einfach von zu Hause aus zu erledigen sein.

Gedacht – gelesen: die Ausschreibung einer Arbeit zu Dormanz (Keimruhe) bei Rapssamen. Gleich zur Betreuerin, hörte sich alles super an: Ein paar kleine Keimversuche (untersucht werden soll, ob und welchen Einfluss Beizmittel auf die Keimung haben), so ca. 4 wochen lang einmal die Woche die gekeimten Samen zählen und locker nach 3 Monaten fertig sein. Die Betreuerin meinte, vielleicht seien die reinen Keimversuche zu Beize etwas wenig, man könne ja auch noch ein bisschen den Einfluss des TKG (Tausendkorngewichts) untersuchen. Klar wieso nicht.

Natürlich sind dazu auch einige Vorbereitungen zu treffen: Man muss Petrischalen beschriften, Samen in 100er-Gruppen auszählen (dazu gibt es glücklicherweise eine Maschine), Versuchsplan erstellen. Dazu war ich heute am Institut. Eine überaus freundliche Mitarbeiterin hatte mir schon den Versuchsplan gemacht.

Und ich schaute mir an, welche Sorten die beauftragende Saatgutfirma geschickt hatte. Irgendwie sah das viel aus, ich war irritiert. Als ich mir (noch relativ gelassen) den Ablauf erklären ließ, lichteten sich die Schleier: Es sollen 4 Sorten untersucht werden. In jeweils 3 Beizvarianten. Das wären dann 12 Versuche. Um aussagekräftige Ergebnisse zu erhalten, macht man alle Versuche in vierfacher Ausführung – also wären wir schon bei 48. Jeder Versuch wird wie gesagt mit 100 Samen durchgeführt – also sind wir bei 4800 Samen, die ich begucken muss.

Und dann der Schock:
Aus der kleinen TKG-nebensächlichen-mini-Untersuchung wurde plötzlich ein größerer Versuch als der Beizversuch. Wieder sollen 4 Sorten getestet werden. Und die gibt es in jeweils 4 Partien, damit wären also 16 verschiedene “Sorten” zu untersuchen. Alles natürlich wieder in 4facher Ausführung womit wir dann bei ungefähr 524987 Körners wären. Gefühlte Schätzung. Vielleicht kann ja mal einer nachrechnen und mir sagen, dass es nur 524986 sind.

Wieso passiert mir sowas???? Ich wollte was gaaaaanz einfaches!! Irgendwer muss das in den falschen Hals gekriegt haben. Statt vier gemütlichen Zählterminen erwarten mich jetzt … ach schitt, bei 20 hab ich aufgehört zu zählen. Ich muss jetzt quasi jeden Tag ins Labor! Buhuuuu – so war das nicht gedacht!!! Ick will weg!

So langsam fühle ich mich, als ob da jemand von innen nagt – mich so ganz genüßlich von innen mit den Zähnen abschabt. Mahlzeit.

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Wollte ich nur mal gesagt haben!

[update]
Bitte auch mal laut aussprechen und im Laufe des Tages mehrfach wiederholen! ;o)

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SOS?

Manche Organisationen, die doch angeblich so sehr auf unsere Spenden angewiesen sein wollen, scheinen echt zuviel Geld zu haben. Da lag heute ein Brief vom “SOS-Kinderdorf e.V.” im Kasten. Darin ein relativ aufwendig gestalteter Briefbogen: also nicht nur in A4, sondern mit einem Anhängsel an der Seite für die Spendenquittung und eine Reihe unterschiedlich bebilderter Adressaufkleber.

Dazu lag im Brief ein Flyer mit bunten Bildchen, der ebenfalls nicht gerade unprofessionell zusammengeschustert wirkte. Soweit ist es ja fast noch normal.

Das Schärfste aber waren zwei postkartengroße Blätter mit verschiedenen kleinen fröhlichen Aufklebern: das eine speziell mit Ostergrüßen, das andere mit allgemeinen Grüßen, Wünschen, Dankesfloskeln.

Jetzt frage ich mich, was das eigentlich bringen soll. Die Aufkleber sind niedlich, wirklich, aber wo soll ich die hinkleben? Wenn ich mich also nicht anstrenge, landen die im Müll. Zudem ist auf den einzelnen Kleberchen kein Hinweis auf “SOS-Kinderdorf e.V.” zu finden. Die Aufkleber können also noch nicht mal als Multiplikatoren dienen.

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Und dann diese Adressaufkleber. Wissen solche Vereine eigentlich, dass heutzutage kaum noch Briefe geschrieben werden? Und ich kann doch kaum auf meinen Bewerbungsbrief so einen draufkleben. DA steht nämlich dann http://www.sos-kinderdorf.de drauf. Möglicherweise denkt der potentielle AG dann gleich, dass ich irgendwas anprangern will, somit eine unbequeme Person bin und schon ist der Job futsch. Auch bei seltenen Briefen an Freunde schreibe ich doch lieber (wenn ich schon schreibe) alles mit meiner Handschrift. Vielleicht könnte ich den Aufkleber bei Briefen ans Finanzamt verwenden. Aber ob davon dann die SOS-Kinderdörfer was haben??

In dem Flyer sehe ich nur fröhliche, lachende Kinder! Motiviert mich das, etwas gegen das Elend zu tun? Klar, es ist nicht gerade angenehm, offene Wunden, dürre Kinder und elendige Hütten auf Müllbergen zu sehen. Aber glaubhafter würde es wirken.

Und was kostet so ein Brief eigentlich? Die Gestaltung, der Druck, die Aufkleber… Also dass es automatische Briefbogenfaltemaschinen gibt, weiß ich. Aber gibt es inzwischen auch Briefeinpackmaschinen? Soweit ich weiß, muss man das immer noch von Hand machen. Gut, da haben vielleicht ein paar Leute hier Arbeit aber das kostet doch auch Geld! Oder lassen die das von den Kindern der Kinderdörfer machen? So als Post-AG vielleicht? Und hätten somit auch gleich eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, würden quasi ihre eigenen Mittel einwerben.

Verstehen Sie mich bitte nicht falsch! Ich bin nicht gegen solche Organisationen. Auch gespendet habe ich schon. Aber die Mittel! Sind die nicht etwas überdimensioniert? Es gibt ja auch andere Briefe mit Armbändchen drin und so nem Zeug. Reicht nicht ein einfacher Brief mit Überweisungsträger, auf dem noch nicht meine Daten eingetragen sind?

Mich nervt schon, wenn ich ans Entsorgen des Briefes denke. Nennen Sie mich paranoid, aber ich entferne immer meine Adresse von Materialien, die im Altpapier landen. Auf diesem einem Briefbogen muss ich nun 11mal meine Adresse entfernen.

Menschenskinder!

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Heute war es mal wieder soweit: Ich habe einen Ausflug zum Wertstoffhof gemacht, um meinen Müll loszuwerden. So ein tolles System wie unser “Böblinger Weg” ist nicht in der gesamten Region üblich. In Stuttgart gibt es Gelbe Säcke, in die man alles reinstopft, im Kreis Ludwigsburg sortiert man nach “flach” und “rund” (die genaue Vorgehenssweise muss mir nochmal erklärt werden).
Und hier also sortiert man die “Wertstoffe” schon zu Hause vor, lagert sie, solange man Platz hat und bringt sie dann irgendwann zu besagtem Wertstoffhof. Das System ist ziemlich komplex. Neigschmeckte outen sich am Abholtag des Restmülls immer wieder durch überquellende Tonnen (jeder hat eine eigene), weil sie nicht wissen, was Restmüll ist. Als ich letztens meiner Sekretärin erklärte, dass ich beim Wertstoffhof war, fragte sie: Was?? Werkstoffhof??

Das System scheint also selbst 20 km weiter unbekannt zu sein. Außerdem hat jeder Haushalt eine Biotonne, die wie der Restmüll zweimal im Monat abgeholt wird. Alle anderen Stoffe sind WERTstoffe und müssen selbst weggebracht werden. Die Sortierung sieht dann so aus:

  • Getränkekartons
  • Kunststoffe
  • Folien > A4
  • Kunststoffhohlkörper (z.B. Shampooflaschen)
  • Papier
  • Kartons
  • Styropor
  • magnetische Dosen
  • unmagnetische Dosen
  • Verbundstoffe (z.B. Chipsdosen, Cappucinodosen)
  • Glas (getrennt nach weiß, grün, braun)

Will man das System also korrekt bedienen und nicht seinen Müll auf dem Wertstoffhof erst sortieren, dann braucht man 11 verschiedene Behältnisse. Ob das nun besonders umweltfreunlich ist, dass jeder Haushalt mit seinem Auto extra fährt, weiß ich nicht. Jedenfalls finanziell ist es logischerweise effizienter: die Müllgebühren wurden 2008 von 5,15 Euro/120 Liter auf 4,60 Euro gesenkt.

Eher seltener vorkommend, aber dann auch im Wertstoffhof abzugeben, ist Folgendes:

  • Hartkunststoffe (z.B. Schüsseln, Eimer, Plastikstühle)
  • Autoreifen
  • Elektrogeräte
  • Leuchstoffröhren
  • Schadstoffe (z.B. Farben, Laugen)
  • Altholz
  • Sperrmüll
  • Schrott

Und weil das Abgeben ohne Auto echt ein Mist ist, packe ich immer schon beim Einkaufen alles aus, was auszupacken geht. Also Schokoriegel, Zahncreme und Kekse aus der Schachtel raus. Eigentlich sind es hauptsächlich Süßigkeiten, die doppelt und dreifach verpackt sind. Herr H. nimmt sich immer Kartons aus den Läden als Transportmittel mit. Auch das mach ich nie, ich muss den Sch. dann ja wieder entsorgen.

Man muss schon gewisse Eigenarten entwickeln, um hier gut überleben zu können …

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Ich krieg zwar selbst keinen Umzug auf die Reihe, beteilige mich aber mit Begeisterung an anderen.

Frau M. aus B. ist zunächst im November temporär in eine WG (4 Mitbewohner) in Of. und am WE dann für 3 Jahre in eine eigene Wohnung in S. umgezogen. Dies ist hoch anzurechnen: Hat sie doch für einen Job Haus und Hof, Enkel und (Herrn) Kegel in B. verlassen. Nur mal nebenbei: Wenn also einer dynamisch-flexibel mit allen Konsequenzen ist, dann ja wohl sie!

Für so einen Umzug und die damit verbundenen Transporte braucht man großen fahrbaren Stauraum. Daher durfte ich mich also beteiligen, da ich Beziehungen zu einem Busle-Besitzer pflege und diesen überreden konnte, sein Busle auszuleihen. Herr Kegel war schon einen Tag vor mir eingetroffen und hatte mit dem Streichen der Wände/Decke begonnen.

Tag 1:
Nach einem Stress-Tag mit Prüfung, Job 1 und 2, belade ich den Bus mit Mitbringseln: 40 Kilo Äpfel, 25 Liter Apfelsaft, 3 Gläser Erdbeermarmelade und einem Wichtelgeschenk des Verehrten für Frau M.. 0000 Ankunft in Of., Begrüßung von Frau M. und Herrn Kegel, Schlafsack auspacken, schlafen.

Fazit des Tages:
Eine Fahrt auf nächtlich-leeren Autobahnen und die Aussicht auf einige Tage außerhalb meiner mit schlechtem Lernkarma verseuchten Wohnung heben die Laune.

Tag 2:
Ich darf ausschlafen, tue dies auch, finde gegen 1100 einen gedeckten Frühstückstisch und ein leeres Haus vor. Schon fast völligst entspannt widme ich mich dem Studium der Lokalnachrichten aus Of.

Frau M. kommt von der Arbeit und wir fahren zur neuen Wohnung, in der wir Herrn Kegel leicht frustriert auffinden. Seiner Meinung nach war die bestehende weiße Farbe ja noch fast in Ordnung. Dass er aber auch eine Wand in Altrosa streichen durfte, motivierte dann wieder. Außerdem hat er in der Küche einen riesigen Fleck gefunden und wir sind unsicher, ob das nun Schimmel oder Ruß (woher auch immer) ist.

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Ich gucke etwas irritiert das Altrosa an, hörte ich doch die ganze Zeit immer nur etwas von Gelb. Die neue weiße Ledercouch sähe vor Rosa viel besser aus, heißt es. Wir wollen zu einer alten Küche fahren und diese für die neue Wohnung abbauen. Wir sind dort verabredet mit Mitbewohner D., der uns beim Abbau hilft. Herr Kegel meint, noch ein Viertelstündchen, dann sei die rosa Wand fertig. Nach 2 Stunden kommen wir endlich los.

Mitbewohner D. wartet schon. Wir beginnen zu hebeln, zu schrauben, zu ziehen, immer wieder unterbrochen von den Ausrufen der Frau M., dies alles passe doch nieee auf einmal in den Bus. Ich werde zum Packmeister ernannt und ordere die Schränke nach und nach in den Bus. Frau M. ist erstaunt: wie in einem gierigen Schwarzen Loch verschwinden Platten, Kühlschrank und Kühlschrankschrank, Herd, sechs Unterschränke, vier Hängeschränke und zwei Regale im Schlund des Busses.

Die Parkplatzsituation bei der neuen Wohnung stellt sich als schwierig heraus. Wir sehen es als unmöglich an, die Sachen über einen Trageweg von 100 m zu transportieren und parken im Halteverbot.

Mitbewohner D. formiert mit mir ein Designteam und wir beschließen, wo welche Küchenteile stehen sollen. Eigentlich ganz einfach: für den Kühlschrank ergibt sich nur eine einzige Ecke als Möglichkeit und der Rest ergibt sich dann aus eben diesem Stellplatz. Ich stelle fest, dass (wie eigentlich bei allen Sachen) die Lösung schon herumliegt und nur noch darauf wartet, von Jemandem ausgesprochen zu werden. Auf den Millimeter genau vermessen wir dann die Küche und legen die Maße für die Arbeitsplatten fest, die noch gekauft werden müssen.

Frau M. beginnt schon mal, die Einzelteile zu putzen. Sie entdeckt die Vorzüge eines speziellen Kunststoffreinigers, der jegliche Art von Dreck und Ekel entfernt!

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Geschafft kommen wir gegen 2200 wieder in der WG an, wo uns Mitbewohnerin H. mit einem herrlischen Essen erwartet: Couscouspampe, Kartoffelsalat, Würstchen, Suppe. (btw: Die SUPPPPE!!!! Hmmmm lecker schmecker yamyam! Sollte eigentlich für morgen sein ;o))

Fazit des Tages:
Ein auf den Körper gefallener Küchenschrank verursacht einen imposanten blauen Fleck, Entladen (des Busses) geht schneller als Beladen.

Tag 3:
Ich darf nicht ausschlafen, wir müssen bereits 0800 beim Baumarkt sein. Wir hoffen, dass wir dann die Platten vielleicht sogar schon heute holen können. Den Bus lassen wir erstmal an der WG stehen.

Der teure Baumarkt A kann uns keine Ausschnitte für Herd und Spüle in die Platten sägen und will fürs Zurechtsägen der Kanten 2 – 3 Werktage brauchen. Das braucht halt seine Zeit, ist die Antwort die wir auf die Frage nach dem Warum bekommen.

Wir fahren zu Baumarkt B, der sägt uns die Ausschnitte für 13 Euro pro Stück. Der schnöselige arrogante Machoverkäufer geht mir auf den Keks und ich strafe ihn mit Missachtung, derweil Mitbewohner D. die Maße angibt. Der Verkäuferfuzzi erklärt, dass wir die Platte erst am Montag holen könnten. Das ist zwar besser als bei Markt A, aber trotzdem suboptimal, da ich schon Sonntag abend wieder fahren wollte.

In der Wohnung beginnen Herrn Kegel und Mitbewohner D. mit dem Aufstellen der Küchenschränke. Ich bin froh, dass ich heute nicht zum Küchenteam gehöre, denn Ausrichten mit Wasserwaage und Hinkniffeln der Abschlusskante unten ist eine Heidenfummelarbeit.

Mein Job ist allerdings auch nicht viel besser: Ich schrubbe die – nomen est omen – Scheuerleisten sowie Türen und Rahmen. Draufgekleckerte Farbe und Abklebeband müssen entfernt werden. Und ich telefoniere mit Herrn Buslebesitzer und kann den Bus noch einen Tag länger behalten. Frau M. putzt weiter die Küchenschränke.

Gegen 1300 laufen wir zur WG zurück, wir müssen den Bus holen und dann zu Frau E. fahren, die Möbel loswerden will. Vorher fahren wir noch beim Imbissstand vorbei und holen Fleischkäsbrötle. Ich stelle fest, dass man LKW (Leberkäsweck) wohl nur bei mir in der Stuttgarter Region sagt.

Bei Frau E. stellt sich dann heraus, dass das Treppenhaus so steil und die Treppe so lang ist, dass wir für den Schrank und den schweren Schreibtisch doch lieber die Männer herordern. Die kommen dann auch genau passend, als wir den ganzen Kleinkram schon am Bus haben. Das Zeug rein und wieder ab zur Wohnung.

Wieder parke ich im Halteverbot, diesmal mit nicht ganz so schlechtem Gefühl (ist ja schon einmal gutgegangen). Zwei Jungs kommen aus der Tür, die ich fast zugeparkt hab raus – die fragen wir gleich mal, ob sie uns helfen können. Mit coolen Sprüchen (eh, Alda, halt do ma grade – ey binischdoch) schleppen sie uns den Schrank hoch. Unten diskutieren wir mit Herrn Kegel, der meint, man müsse denen jetzt irgendwas geben, 20 Euro oder so. Wir sind der Meinung, dass man anderen ruhig auch mal helfen kann ohne sofort eine Gegenleistung oder Bezahlung zu erwarten. Er meint, dass sie, wenn sie nichts kriegen, dann demnächst die Wohnung ausräumen oder sonst irgendwelche Schikanen betreiben würden oder gerade eben schon den mitgegangenen Mitbewohner D. traktieren würden. Mitbewohner D. kommt jedoch ohne Schäden wieder bei uns an, die Jungs verkrümeln sich, von unseren Dankesrufen beschallt, und wir tragen noch den Rest der Sachen hoch.

Wir fahren dann noch zu zweit zu IKEA, Frau M. braucht noch ein Bett – 1.20 m soll es breit sein. Es gibt aber nur EIN Bettgestell in der Breite (hässlich) und KEINE Matraze. Dafür kaufen wir eine Pfanne und ein Kopfkissen für Frau M. und dasselbe für mich als Arbeitslohn. ;o)

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Frau M. beginnt in der Wohnung wieder zu putzen – diesmal die “neuen” Möbel. Das Küchenteam hängt die Hängeschränke auf und ich befasse mich mit dem (Einbau-)Kühlschrank. Der muss “umgeschlagen” werden, dh. die Türscharniere von Außen- und Kühlschrank müssen von links nach rechts, damit die Tür zur anderen Seite aufgeht.

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Alles klappt wirklich gut und Frau M. bestätigt uns dies auch immer wieder, indem sie Fortschritte in der Küche mit “entzückend, herrlich, wunderbar” kommentiert (irgendein Insider steckt da drin, ich bin aber nicht dahinter gekommen).

Gegen 2100 machen wir Schluss und stürzen uns in der WG ausgehungert auf die Reste der Suppe. Naja, also ich stürze – die anderen scheinen immer keinen Hunger zu haben. Ich werde als verfressen bezeichnet und was denn mit mir los sei – ich sei doch sonst so asketisch. Das stimmt natürlich nicht, mein Asketismus bezieht sich auf materielle Güter nicht auf vertilgbare!

Fazit des Tages:
Billigbaumärkte können durchaus den besseren Service bieten, nicht alle Jugendlichen sind verkommene Subjekte.

Tag 4:
Mitbewohner D. hat heut frei, wir fahren zu dritt los, laden Herrn Kegel an der Wohnung aus – er soll Lampen montieren und fahren weiter zum ehemaligen Standplatz der Küche.

Wir hatten ausgemacht, dass wir dort noch den Raum putzen. Dies erledigen wir und sind nach einer Stunde wieder in der Wohnung. Herr Kegel hatte ein wenig Schwierigkeiten mit der Küchenlampe. Ich koche erstmal Kaffee und gebe schlaue Kommentare ab. Dann bauen wir die Kühlschranktür zu Ende um und haben erstmal nichts mehr zu tun.

Den Rest des Tages verbringen wir mit Kaffeetrinken, spazieren und ich, ich gebe es nur ungern zu, bereite schon die nächste Prüfung vor, die Freitag stattfindet.

Frau J. ruft noch an und bestellt Fotos von der Wohnung. Ich wollte extra keine machen, da das irgendwie langweilig ist, aber es scheint, als irre ich mich – die Leute wollen keine heile-Welt-blauer-Himmel-Fotos, keine guck-mal-wo-ich-schon-war-Bilder, keine ich-fotografier-das-Objekt-jetzt-mal-von-unten-das-ist-dann-Kunst-Kompositionen. Nein, sie wollen das echte unverfälschte Leben: den Schweiß beim KücheAuseinanderschrauben, das Blut beim HammeraufDaumenhauen, die Magenschmerzen vom endlosem Kaffekonsum, den blauen Fleck vom SchrankDrauffallen, also bitte:

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Fazit des Tages:
In einer unverseuchten Wohnung kann Lernen sogar erträglich sein, bei schönem Wetter ist sogar die öde Schlafstadt annehmbar.

Tag 5:
Herr Kegel muss morgens abreisen. Wir bringen ihn zum Bahnhof und fahren gleich weiter, um in einem anderen Möbelmarkt nach dem Bett zu gucken. 1.20 m scheint eine sehr außergewöhnliche Breite zu sein. Wir hören immer nur was von Lieferzeiten von 2 – 3 Wochen und müssen schließlich die Hoffnung begraben, heute noch ein Bett in die Wohnung stellen zu können. Wir beschließen, dass es dann eh nur eine Matraze werden soll und dass Herr Kegel noch mal kommen muss und dazu eine Art Rahmen baut.

Bei Baumarkt B ist die Arbeitsplatte abholbereit. Beim Einladen in den Bus gibts fast Probleme, aber gerade so passen 3055 mm diagonal in den Bus.

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In der Wohnung stellen wir dann fest, dass der Ausschnitt für den Herd an der falschen Stelle ist. Wir müssen noch einmal hin. Der widerwärtige Verkäuferfuzzi ist wieder da. Allerdings ist er gar nicht mehr so widerwärtig wie am Samstag. Er erklärt uns (und ich sehe, dass er sogar lachen kann!), dass er sich Zeichnungen immer so hinlegt, dass er die Zahlen richtigherum lesen kann und dass dann für ihn die untere Kante die Vorderkante der Platte ist. Nun hatten wir die Zahlen verkehrtherum geschrieben – jedoch extra ein Männchen hingemalt, damit klar ist, wo vorne ist. Und Mitbewohner D. hatte ja auch alles direkt erklärt! Immerhin kann er uns eine neue Platte SOFORT zurechtsägen, deklariert sie als “Rest” und berechnet nur den halben Preis. Und sagt zum Abschied, dass wir auch gern heute nochmal kommen könnten, weil wir schon witzeln, dass uns die Platte jetzt vielleicht kaputt geht.

Es geht aber alles gut. In der Wohnung steht dann Mitbewohner D. schon wieder bereit. Wegen Schiefe der Küchenwände muss die lange Platte noch zurechtgesägt werden, was prima klappt. Dann bügeln wir noch die Kantenumleimer drauf und schon geht der Einbau los.

Der erste Blick auf die Küche nur mit draufgelegten Platten ist “entzückend”! Anschrauben ist dann fast ein Kinderspiel, allerdings muss jedes Loch vorgebohrt werden, weil die Schrauben nicht so scharf sind. Der Anschluss der Herdplatte ist easy – zwei Klicks und alles ist dran.

Bei der Spüle haben wir etwas Bedenken, da sich die Muttern fast bis zum Anschlag von Hand drehen lassen. Man denkt ja, dass nur eine ordentlich mit Werkzeug angezogene Mutter eine gute Mutter ist. Aber wieder ist alles “ENTZÜCKEND”: Kein Tröpfchen Wasser tritt aus. Etwas überrascht sehen wir uns an und müssen uns dann eingestehen, dass die ganze Arbeit getan ist.

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Auch zu putzen ist nichts mehr und so fahren wir zur WG zurück. Ich muss sagen, dass ich wirklich etwas frustriert bin, weil alles soo gut geklappt hat und so im Arbeitsfloh bin, dass es gern noch länger so hätte weitergehen können.

Nach einer Abendspeisung und reichlich gegenseitiger Bestätigung, wie toll wir alle waren, fahre ich dann gg. 2200 wieder nach Hause.

Fazit des Tages:
Auf kleine innere Impulse (Hat der Verkäuferfuzzi die Skizze jetzt auch richtig verstanden? Sollte ich nicht alles gleich im Baumarkt kontrollieren?) immer SOFORT reagieren! Beachte: Was schiefgehen kann, geht schief!

Wenn das Team harmoniert, schafft man alles! Wo ist die nächste Küche?

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Weggelaugt

Ich fühl mich heut völlig ausgelaugt. Gehirn leer, Konzentration weg. Gedanken dahin… hach ja.

Die Prüfung war … naja. weiß ich noch nicht. Ich hab gestern festgestellt, dass mir ein Skript völlig fehlt. Dazu gabs zwar nur 3 Fragen, aber immerhin. Jetzt biiittttä drückt mir die Daumen, dass ich die halbe Punktzahl geschafft hab. Leichtsinnigerweise habe ich nämlich zum Nachholtermin bereits einen Ausflug nach Paris gebucht. Wenn das ins Wasser fällt flipp ich aus! Aba richtich!

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Sicher nicht nur an meiner Uni kursieren Fragenkata.loge zu den diversen Vorlesungen. So einen Katal.og hat man in den seltensten Fällen selbst erstellt. Daher findet man immer mal wieder lustige Sachen drin:

86) What are the characteristics of half-sib family selection in rye?
Antwort: blabla bla (ausführliche Erläuterung)

87) What are the characteristics of half-sib family selection in maize?
Antwort: blabla bla (ausführliche Erläuterung)

88) What are the characteristics of half-sib family selection in sugar beet?
Antwort: blabla bla (ausführliche Erläuterung)

Ich bin schon ganz groggy von dem ganzen Zeug, drehe das Blatt um und schon wieder …

89) What are the characteristics of Petkus-method in rye?
Antwort: Jetzt reichts aber mit den scheiß Methoden!!!

… und weiter gehts mit Frage 90 ;o))) Und jetzt wisst Ihr auch alle, dass ich erst heute bei Frage 86 angekommen bin. Falls also morgen was über Petkus gefragt wird, muss ich wohl passen. Vielleicht komme ich ja dann auf eine 10. Prüfung. Zur Zeit bin ich bei 9 (NEUN!).

Ickdrehnodurcheh.

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Aufräumen der Festpl.atte lässt Daten zum Vorschein kommen, die man lieber nie wieder gesehen hätte. Mit Löschen derselben hat man jedoch plötzlich wieder Unmengen Platz zur Verfügung. Für neue Dat.en, die einen vielleicht in ein paar Jahren ebenso zu traurigen Gedanken nötigen.

Ich komme mal wieder zu dem Schluss, dass man am besten gar nichts aufhebt, da die Gefahr trauriger Erinnerungen groß ist. Es ist ja nicht so, dass das Leben nur aus traurigen Erinnerungen besteht. Aber auch die Tatsache, dass schöne Zeiten unwiederbringlich vorbei sind, ist irgendwie betrüblich. Es kommen ja immer wieder gute Zeiten – auch diese werden vorbeigehen. Ach, es ist wirklich nicht schön – diese Vergänglichkeit der Dinge. Gla.shaus hat das mal schön gesagt:

Wahrscheinlich ist es so im Leben:
nichts ist für ewig, alles vergeht mit der Zeit,
Verbindungen reißen wie Fäden.
Wie töricht es sein muss zu wollen, dass was bleibt

(vom Album “Von Herzen – Das Beste”: In meinem Leben)

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Tante G.

War ein erfolgreicher Tag heute: Ich bin zum zweiten Mal Tante geworden (Juhuuu!! Und was für ein süßes Kind, die Frau C.!), Frau C. ist in meinen Armen eingeschlafen (das ist toll!!), ich war einkaufen (morgen versuch ich, einen Mohnkuchen zu backen), ich hab den Herrn H. zum Lachen gebracht (sehr großer Erfolg, meist lache nur ich).

Und gleich zuallererst hab ich eine Apfelsine geschenkt bekommen. Von einer wildfremden Frau in der S-Bahn. Die meinte, ich würde so traurig gucken. Dabei hing ich nur Gedanken hinterher. Und so unerfreulich waren die gar nicht ;o))

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Gute Frage

Kollege kommt ins Büro: Was treibt dich her?

??? Was soll man da sagen, ohne allzu zynisch, beleidigend, ironisch … zu werden??

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