Es kann gar nicht anders sein: Bestimmt haben auch Sie aus den Jahren analoger Fotografie noch Unmengen von Fotos und dazugehörigen Negativen.
Und damit kommen wir zu einem echt harten Stück Antimaterialismus. Denn wenn schon oft an Tassen, Hobbyausrüstung oder Büchern Erinnerungen hängen, dann potenziert sich das Ganze noch bei Fotos. Zudem ist es auch Arbeit, sich die vielen Negative anzusehen und zu entscheiden, welche man jetzt noch haben will und welche nicht.
Wie geht man nun also konkret vor? Das Ziel ist klar: Sie möchten aus Ihren 10 bis 23 Kisten 1 bis 2,3 Kisten machen.
Um Ihnen die Trennung ein wenig zu erleichtern, überlegen Sie doch mal, wie Sie früher ganz ohne Fotos gelebt haben. Ich weiß, dass ich früher nur ganz selten meine Kamera bei so normalen Veranstaltungen wie Familientreffen, Ausüben des Hobbys, Wanderungen oder Lehrveranstaltungen dabei hatte. Demzufolge gibt es etliche Ereignisse, die nicht fotografisch dokumentiert sind, an die ich mich aber trotzdem mehr oder weniger gut erinnern kann.
Zudem ist es ja auch gar nicht möglich, sich ständig an alles, was man jemals erlebt hat zu erinnern. Ich meine, je älter man wird, an um so mehr Sachen müsste man sich dann ständig erinnern. Also laufend präsent können diese Erinnerungen eh nicht sein. Dann wäre also der Weg tatsächlich, sie in Form von Fotopapier zu konservieren. Aber diese Erinnerungen dann in die Ecke zu stellen, das bringts doch auch nicht – also müsste ich auch hier ständig durchgucken, um auch etwas von diesen archivierten Erinnerungen zu haben (Ich nehme mal an, dass der Wert Ihrer Fotos nicht so immens ist, dass Sie diese für die Nachwelt aufheben müssen). Das kostet alles Unmengen von Zeit, die man in der Regel einfach nicht hat. Oder selbst wenn man Zeit hat, verbringt man die normalerweise nicht damit, seine Fotos durchzugucken.
Trotz dieses eleganten Beweises der Unnötigkeit von Fotos mag nun der eine oder andere noch nicht vollständig überzeugt sein.
Ich persönlich gehe folgendermaßen vor:
Ich sortiere zuerst die Fotos nach a) selbst gemachten (mit Negativen) und b) bekommenen (ohne Negative).
a) Negative, die mir gut gefallen, gut gelungen sind und sich eventuell noch mal zur Vergrößerung als Poster (wegen schönem Motiv) eignen, werden digitalisiert. Das kann man bei dm einigermaßen günstig machen lassen. Die erhaltenen CD’s kopiere ich mir auf die Festplatte und schmeiße sie dann weg. Nur wirklich ausgesprochen gute Fotos mit Posterpotential behalten ich als Negativ, das sind dann vielleicht 2 von Hundert.
b) strenge Sortierung nach Bildern, die den Kern des Ereignisses festhalten und von guter Qualität sind. Ähnliche Bilder fliegen raus.
Wenn Sie fertig sind, enthalten Ihre Fotokisten nur noch schöne Bilder zu denen Sie keine Negative haben und ein paar sehr schöne Negative. Natürlich kleben Sie diese Bilder nicht in irgendein Album, denn das wäre kontraproduktiv und würde nur wieder zu mehr Material führen (Ordner, Papier, dickes Fotoalbum u.ä.).
Das ist echt eine Heidenarbeit, aber ich merke, dass meine Allergie umso mehr nachlässt, je mehr Kartons ich sortiert habe (mehr zur Psychosomatik dann später).





