Zwecks wissenschaftlicher Recherche habe ich mir vom Pflanzenbauberater unserer Region ein paar Infos schicken lassen.
So ein Berater ist quasi die Mutti für alle Landwirte. Freiwillig gewählt allerdings, denn um in den Genuss seines Wissens zu kommen, muss man Mitglied im Beratungsring sein. Hat der Landwirt dann nun beschlossen, sich so eine bezahlte Mutti zu suchen, will er selbstverständlich auch gut betreut sein.
Die Mutti schickt alle zwei Wochen ein Rundschreiben mit der Beschreibung der allgemeinen Aussaat- oder Erntelage, besonderen Wettervorkommnissen und – das ist das Wichtige – Hinweisen zum Pflanzenbau. Denn nur die Mutti hat die Zeit, sich ausführlich die Ergebnisse der Landessortenversuche anzusehen oder Infos der Hersteller von Pflanzenschutzmitteln (PSM) oder Düngern auf Praxistauglichkeit zu überprüfen.
Wie das aber nun so ist mit Kindern – man kann sie sich nicht aussuchen. Und wie das weiterhin so ist – es gibt immer welche, das fragt die Mutti sich: Wer ist da bitte Vater? Unterschiedlichsten Einflüssen ausgesetzt, bilden sich die unterschiedlichsten Charaktereigenschaften heraus. Kind 1 will jeden Tag mit Mutti telefonieren, 2 will besucht werden, 3 will wissen, wieso Mutti ihm nicht endlich die richtige Sorte kauft und 4 beschwert sich, dass Mutti noch immer nicht das passende PSM für ihn entwickelt hat.
Und wie das nun so ist mit Muttis – sie erklären geduldig, bespaßen ohne sichtbares Missvergnügen, trösten und reagieren zumeist sehr gelassen und verständnisvoll. Aber wie das nun so ist mit Menschen – jedem platzt mal der Kragen. Keiner kann ewig nur bemuttern. Die einen gehen dann meditieren, andere schreiben Blogs und wieder andere gebens den Kindern in den Rundschreiben zurück (Eingeklammertes von mir):
Herbizidempfehlungen zu Raps: Situationsbezogenes Handeln kann Kosten sparen oder zumindest Wirkungen sicherstellen. Es gibt immer noch nicht die Eierlegende Wollmilchsau. (Kapiert das endlich und hört auf, von mir die absurdesten Mixturen zu verlangen!!)
oder
Auf den groben Böden ist der Raps noch nicht ganz so weit. Vorauflauf-Herbizide dort UNMITTELBAR ausbringen, nicht erst morgen. (… und nachher wieder zu mir rennen und meckern, weil es nicht wirkt!!)
oder zu Thema Schneckenkorn in Raps streuen:
Beachten Sie die Köderdichte, denn so blöd sind die Schecken auch nicht, das sie meterweise zu einem Schneckenkorn hinkriechen und die zwischendurch wachsenden kleinen Vitaminbomben in Form von Rapspflanzen stehen lassen. (… während ich mir bei euch da manchmal nicht so sicher bin.)
Nach gewissen BArbeit-verursachten Missstimmungen endlich mal wieder was zu lachen.
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