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Archive for August, 2008

Toarsti

Irgendwie hatte ich ja schon den Eindruck, dass die Fronten verhärtet sind: Ich wohne seit 9 Tagen hier und hatte noch keinen Kontakt mit dem Mitbewohner. Torschti betrat die Küche, wenn ich grad rausgegangen war und ich traute mich auch kaum noch raus, wenn ich ihn draußen hörte.

Heute dann schilderte ich Schwesta die Schwere des Problems und sie befahl mir, umgehend die Küche mit enthaltenem Torschti aufzusuchen. Von der Idee mit der Dusche riet sie ab.

Also tat ich, was getan werden musste, schnappte mir meine Teekanne und ging Tee kochen. Torschti war am Herd und brutzelte was. Ich sagte (immer mit Lob beginnen): Hier riechts aber gut! Er reagierte gar nicht darauf, grüßte nur freundlich. Und nach nur 3 weiteren Sätzen wusste ich auch warum: Torschti ist gar kein Torschti, sondern ein Toarsti, denn er kommt aus (ich flipp ja gleich aus vor Freude) ROSTOCK!! N Fischkopp! Ach nee, da war bei mir das Eis natürlich gebrochen und auch Toarsti schnackte munter drauflos.

Ich überlegte die ganze Zeit, wie ich unverfänglich eine Tee-, Balkon- oder Schnackeinladung unterbringen konnte, bis mir klar wurde, dass ich es hier ja mit einem Norddeutschen zu tun hab und da kamma einfach nicht so mit der Tür ins Haus fallen.

Also quatschten wir über die Waschmaschine, die Dusche, die Kühltruhe, den Müll und die Schwierigkeiten, sich mit neuem Geschirr zurechtzufinden.

Leider ist Toarsti nur noch bis Dienstag hier. Dann macht er Urlaub in Österreich mit seinem Bruder und dann fährt er nach Rostock! Und dann … ach ich kenne ja schon seine halbe Lebensgeschichte!

… über was man so alles reden kann beim Teekochen … ;o))

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Reinfall

Wollte grad mal eine Pause von der BArbeit machen und dachte mir: Ach, so n Käffchen, n Löffel Nutella und dazu ein Buch.

Ich griff zu “Samantha – Eine Geschichte über Freundschaft”. Das ist diese Geschichtenreihe mit einem Delphin, der sprechen kann und verschiedene Lebensweisheiten verbreitet. Der totale Fehlgriff, wie sich rausstellte: In 10 Minuten war ich durch, sowas kann man ja dann auch nicht grad Pause nennen – und dann – der Inhalt… So einen Schrott hab ich ja schon lang nicht mehr gelesen:

Samantha ist ein ganz besonderes Mädchen: Statt sich mit Freundinnen zu treffen, verbringt sie jede freie Minute am Meer.

Besonders? Deshalb?? Naja.
Und dann der Delphin namens Delphi (spricht mit Samantha):

Das ist ein Geschenk für meine Freundin Samantha. Es macht mich sehr glücklich. Und weißt du auch warum? Weil du glücklich bist.

Gehts noch schleimiger?? Oh Mann. Gespickt ist das Buch mit weiteren unglaublich erhellenden Erkenntnissen:

Aber die Natur ist gerecht, und früher oder später findet jedes Lebewesen einen Platz auf dieser Welt

Und “schön” ist vor allem alles: ein schöner Felsen, ein wunderschönes Haus, ein schöner Strand, ein schöner Sonnenuntergang, ein wunderschöner Regenbogen…

Nee, ich glaub ich bin zu alt für sowas. Diese Bücher schenkt man ja anscheinend mit Vorliebe seinen Freunden – aber ich warne jeden: Wer mir jemals so ein Buch schenkt (und überhaupt eins, was in 10 Min gelesen ist), der wird von mir mit lebenslanger Abscheu verfolgt werden!

Verdammter Mist, jetzt stehen hier nur noch 3 Kochbücher und “Schlank und schön” ungelesen im Regal.

[Zur Erklärung: Ich bewohne zur Zeit und für die nächsten paar Wochen das Zimmer einer Freundin, und die hat alles außer ihren Büchern mitgenommen, die ich nu lese.]

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Ich nenne ihn einfach mal Torschti.

Torschti wohnt direkt neben mir, aber bisher habe ich ihn nur gehört – beim Telefonieren. Da scheint er eigentlich ganz gesprächig zu sein. Ansonsten schrappt morgens zwischen 6 und 7 der Rollladen rauf und abends gegen 8 wieder runter. Wenn ich ganz genau hinhöre, erlausche ich auch manchmal ein leises Wäscheklammerklappern – nämlich dann, wenn er seine Wäsche auf den (gemeinsam benutzten) Balkon hängt. Der Wäscheständer steht direkt vor seiner Balkontür – ich glaub, er braucht nicht mal einen Schritt auf den Balkon machen.

Torschti hat auch noch ein Rennrad auf dem Balkon, irgendwann muss er damit doch mal fahren!

Heute habe ich versucht, ihn aus der Reserve zu locken und habe beim Telefonieren mittellaut von meinen luschigen Mitbewohnern gesprochen, die ich bisher noch nicht gesehen habe. Ich mein, er hätte es hören können …. Dann war ich ganz lang in der Küche, hab abgewaschen, gekocht, gewartet … nichts.

Aber ich geb nicht auf – irgendwann beim Huschen unter die Dusche werde ich da sein. Ha!

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Irgendwann stellt man fest, dass alles, was so offensichtlich zuviel war, weggeschmissen ist. Da stelle ich mir die Frage, wie ich trotzdem noch zu geringerem Besitztümervolumen kommen kann. Dies geht nun so, dass man sich besonders voluminöse Gegenstände raussucht und überlegt, wie man diese durch kleinere ersetzen kann.

Mir fiel da zuerst meine Stereoanlage ins Auge. Die ist inzwischen zu 2/3 überflüssig geworden: CD-Player: unnötig, weil keine CDs vorhanden und sowieso kaputt, Kassettendeck: unnötig, weil keine Kassetten vorhanden und ebenfalls kaputt. Genutzte Features sind das Radio, der AUX-Eingang und die Boxen.

Logisch also, dass ich nur ein Gerät mit diesen beiden Funktionen brauche. Da bieten sich 2 Möglichkeiten an:

1) Boxen für den Rechner kaufen und Radio über Internet hören, Nachteil: Rechner muss immer an sein, ich muss immer im Internet sein, großes Ablenkungs- und Suchtpotential

2) Radio mit AUX-Eingang kaufen, Schwierigkeit: fast nur besch. Geräte auf dem Markt. Dann fiel mir ein, dass ich da in der “ZEIT” mal was gesehen hatte: das Tivoli-Radio. Das hat inzwischen auch einen schaltbaren AUX und muss wohl auch ganz gut klingen. Außerdem sieht es ganz hervorragend aus.

Immerhin könnte ich mit Variante 2 das bisherige Volumen von 23805 cm3 auf 3338 cm3 senken – also auf 14%! Diese unglaubliche Einsparung geht natürlich einher mit Ausgaben im finanziellen Bereich. Dies kann aber leicht kompensiert werden durch epay-Verkäufe, Einsparungen bei der Miete und bald zu erwartendes uniabschlusskonformes Einkommen.

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Hach nee!

Nach Jahren des Kellerlebens…. Dass ich das noch erleben darf, haaach nee.

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Hotel Pastis

Ach, was war das Leben schön in der Provence. Aber eigentlich nur, solange das Arbeitstier Manager auch eine Aufgabe hatte, nämlich die, das Hotel aufzubauen.

Danach: Leere, Sinnlosigkeit, Langeweile.

Dann: Ein Banküberfall! Der nichts mit dem Manager zu tun hat. Außer, dass die Bankräuber nebenher noch einen Gast und Sohn eines Kunden der Ex-Firma des Managers und jetzigen Hoteliers entführen. Zufällig.

Manager zahlt das Lösegeld, ganz unspektakulär legt er es im Wald an Schild xy nieder. Sohn wird freigelassen. Manager bemerkt wieder seine Langeweile. Vater des Sohnes macht ihm aus Dankbarkeit ein Angebot, welches seinem früheren Job ähnelt. Manager schlägt ein mit Zusprache seiner neuen Freundin.

Alle sind glücklich.

Genau passende seichte Urlaubsunterhaltung. Naja, vielleicht etwas zu seicht. Aber immerhin nicht morbide.

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Urlaub aufm Balkon

Ich fühle mich wie im Urlaub. Ich habe einen riesigen Balkon, der umrahmt ist von alten Ahornbäumen und von dem aus ich den Sonnenuntergang begucken kann.

So sieht das dann aus.

Gerade bin ich dabei, alle Bücher meiner Freundin zu verschlingen. Und ich merke, ich habe keine Kontrolle über mein Leseverhalten. Ich kann nicht aufhören, wenn das Buch noch nicht zu Ende ist. Am Samstag habe ich “Der Strand” gelesen, was die Vorlage für den legendären Film “The Beach” war. Die Stimmung im Buch war genauso wie im Film, was ja nicht oft passiert. Aber kurz vor dem Ende war das Buch doch etwas anders und ich das habe ich dann auch verstanden, während die Geschichte im Film etwas unklar war. Echt krass. Und ein paar mehr Leichen.

Am Sonntag vormittag war dann dran “Eine deutsche Liebe”. 1980 lernen sich ein Wessi und eine Ossi in Masuren kennen. Ebenfalls morbide aber unerwartet morbide. Die ganze Zeit denkt man, das wird noch und nachher sitzt der Wessi im Knast in der DDR und die Frau (schwanger) ist tot. Sehr krass und traurig.

Am Nachmittag gab esFünf Tage, fünf Nächte”. In einem Zug lernen sich eine Frau und ein Mann kennen und sie erzählt ihre Lebensgeschichte. Also hinten in der Beschreibung steht, dass noch nie so unverblümt über die sexuellen Sehnsüchte einer Frau geschrieben wurde. Finde ich eine unpassende Beschreibung. Bei mir blieb von dem Buch hängen, dass die Frau als Kind fast ihre ganze Familie verloren hat, dann sich jahrelang um ihre verkrüppelte Schwester kümmern muss, und die beiden sich eigentlich hassen. Dass sie als 2-jährige von ihrem Vater vergewaltigt wurde, später mit Verbrechern in der Todeszelle merkwürdige pseudoreligiöse Meditationen abhält, die sie psychisch völlig fertig machen und ihr Leben eigentlich total am Arsch ist. Also auch eine echt krasse Geschichte, die einen wirklich deprimieren kann.

Heute dann zur Abwechslung was Locker-leichtesHotel Pastis”: Ein reicher Manager steigt aus seinem Leben aus und macht ein Hotel in der Provence auf. Bin aber noch mittendrin, vielleicht wird es ja auch noch morbide.

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Geschafft.

Es ist vollbracht. Ich wohne nun in einer WG! Wollte ich ja schon immer mal. Ich habe ein Zimmer mit Balkon, ne riesen Küche auch mit Balkon. Das Zimmer sieht noch etwas chaotisch aus, aber das wird schon. Eigentlich wollte ich ja mit nur 2 Kisten einziehen. Das wurde nun nichts: es sind 4 große Kisten, mehrere kleine, Rucksack, Koffer… Aber immerhin ist das Ziel für den Auszug klar: 2 Kisten! Es gibt also immer noch einen Haufen Zeug wegzuschmeißen.

Gestern abend war es ganz herrlich: Unten auf den Straße leises Gemurmel und Lachen von einer Party. Man hörte vorbeifahrende Autos. In der alten Wohnung kam ich mir ja manchmal echt wie begraben vor. Da war es immer still. Nur das Haus knackte und zwar so, dass ich manchmal dachte, jetzt bricht gleich die Decke ein. Kann sie jetzt ja auch, und überschwemmt werden kann der Keller jetzt auch mal.

Was auch super ist: ich kann jetzt einfach losgehen zur Haltestelle der U-Bahn ohne auf die Uhr zu gucken. Hier fährt die Bahn nämlich alle 10 Minuten. Vorher nur jede halbe Stunde. Ach nee, einfach herrlisch.

Herrlisch.

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