Irgendwie hatte ich ja schon den Eindruck, dass die Fronten verhärtet sind: Ich wohne seit 9 Tagen hier und hatte noch keinen Kontakt mit dem Mitbewohner. Torschti betrat die Küche, wenn ich grad rausgegangen war und ich traute mich auch kaum noch raus, wenn ich ihn draußen hörte.
Heute dann schilderte ich Schwesta die Schwere des Problems und sie befahl mir, umgehend die Küche mit enthaltenem Torschti aufzusuchen. Von der Idee mit der Dusche riet sie ab.
Also tat ich, was getan werden musste, schnappte mir meine Teekanne und ging Tee kochen. Torschti war am Herd und brutzelte was. Ich sagte (immer mit Lob beginnen): Hier riechts aber gut! Er reagierte gar nicht darauf, grüßte nur freundlich. Und nach nur 3 weiteren Sätzen wusste ich auch warum: Torschti ist gar kein Torschti, sondern ein Toarsti, denn er kommt aus (ich flipp ja gleich aus vor Freude) ROSTOCK!! N Fischkopp! Ach nee, da war bei mir das Eis natürlich gebrochen und auch Toarsti schnackte munter drauflos.
Ich überlegte die ganze Zeit, wie ich unverfänglich eine Tee-, Balkon- oder Schnackeinladung unterbringen konnte, bis mir klar wurde, dass ich es hier ja mit einem Norddeutschen zu tun hab und da kamma einfach nicht so mit der Tür ins Haus fallen.
Also quatschten wir über die Waschmaschine, die Dusche, die Kühltruhe, den Müll und die Schwierigkeiten, sich mit neuem Geschirr zurechtzufinden.
Leider ist Toarsti nur noch bis Dienstag hier. Dann macht er Urlaub in Österreich mit seinem Bruder und dann fährt er nach Rostock! Und dann … ach ich kenne ja schon seine halbe Lebensgeschichte!
… über was man so alles reden kann beim Teekochen … ;o))





