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Archive for the ‘Wortspiele’ Category

Nachdem ich gestern das Wort “Stellvertreter” benutzt habe, ist mir so kurz vorm Einschlafen dann aufgefallen, dass “Stellvertreter” ein ziemlich komisches Wort ist.

Woher kommt überhaupt dieses “Stell”. Ich denke mal, dass das für die Stelle (im Sinne von “Arbeitsplatz”) steht, die der Vertreter vertreten soll. Oder die Stelle (im Sinne von “Ort”) an die er treten soll: Er tritt an die Stelle des Chefs.

Auch komisch aber der zweite Teil des Wortes: “vertreter”. Wenn ich das so als einsames Wort sehe, denke ich gleich mal an “Füße vertreten”. Oder daran, dass man etwas “versauen”, “verhindern”, “verlesen” oder sich “verirren” kann. Aber was soll “vertreten” sein? “zertreten” – da kann man sich gleich – was – vorstellen: einen Wurm, einen Haufen Scheiße (obwohl man hier eher “reintreten” benutzen würde) oder eine runtergefallene CD-Hülle. Ergebnis: das “zertretene” Objekt ist kaputt.

Woher aber könnte das “vertreten” in Stellvertreter kommen? Vielleicht von “vortreten”. Der Chef ist nicht da, man tritt also “aus der zweiten Reihe” vor an seine Stelle “in der ersten Reihe”.

Und dann gibts ja auch noch den “Vertreter”, der etwas völlig anderes ist als der “Stellvertreter”. So anders vielleicht nicht, wenn man “Vertreter” so versteht, dass er anstelle der Firma da steht und diese vertritt. Aber Vertreter könnte ja auch so gemeint sein, dass das jemand ist, der ein Produkt “vertritt” also “hinter dem Produkt steht”. Genauso so, wie jemand für seine Überzeugung eintritt oder eine Meinung vertritt.

Und noch mal zum Unterschied zwischen Vertreter und Stellvertreter: Man versteht darunter zwei unterschiedliche Tätigkeiten, aber wenn man sagen soll, was der Stellvertreter macht, dann sagt man “der vertritt den Chef” oder “der macht Vertretung” und nicht “der stellvertritt den Chef” oder “der vertritt den Chef stell”. Unlogisch.

NB: Gehts Ihnen auch manchmal so, dass Sie, wenn Sie ein Wort ganz oft wiederholen, dieses Wort auf einmal sehr komisch finden und fast denken, dass das doch irgendwie nicht richtig sein kann? Mir fällt grad auf, dass ich statt “vertritt” gern “vertretet” sagen würde.

Nun ja, also bei den Vertretern oder Vertrittern ;o) – wie kommt es da zu diesem Wort “vertreten”? Der Mann steht ja nicht anstelle seines Produktes da. Könnte es daher kommen, dass der Mann zusammen mit seinem Produkt auf- oder vortritt? Oder eben wieder wie “eine Meinung vertreten”: Er steht hinter dem Produkt, findet es also toll und ist zur Gänze davon überzeugt.

Und irgendwie (das ist sicher semantisch nicht gewollt) vertritt er aber auch wie ein Stellvertreter sein Produkt. Ich übertrage meine Sym- oder Antipathie für den Vertreter auf das Produkt. Genauso wie ich bei entsprechender Werbung (fast) zwangläufig auch das Produkt cool (langweilig, lustig, …) finde. Insofern steht der Vertreter z.T. tatsächlich auch anstelle seines Produktes.

Soweit zu den Einschlafgedanken … Funktioniert übrigens besser als Schäfchenzählen!

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Prüfungsvorbereitung

Ich habe ein paar kleine bis mittlere Schmerzen, wenn ich im Skript das hier (leider nicht nur einmal) lesen muss: “N-Verteilung bei N2-fixierenden Bohnen während dem reproduktiven Wachstum”.

Und lachen muss ich bei dem hier: “Oberflächliche Akkumulation postmortaler Phytomasse”. Ick würde dazu eenfach sajn: Uffm Acka liecht Schtroh. So, eyh.

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Verflixte Zahlen

Heute musste ich mir mal wieder ein Studiticket kaufen. Ich ging also zum Reisebüro auf dem Campus. Drinnen eine etwas zu braune, etwas zu blonde Dame, die sich bei meinem Eintritt erstmal an ihrem Frühstück verschluckte. Als es dann ans Zahlen ging:

blonde Dame: hunnatsechsneutcheuro
ich (leicht schockiert): na das ist aber teuer geworden (letztes Semester waren es noch 159 Euro)

blonde Dame: jaja.
ich: Hundertsechsundneunzig?

blonde Dame: nee, hunnatsechsndreicheuro
ich (in die andere Richtung freudig irritiert): aha. (juhu, billiger, nur 136!!)

blonde Dame: eins sechs drei
ich (wieder irritiert): …

Kasse: zeigt 163 Euro an.

Unsere (deutsche) Art, Zahlen zu lesen, ist tatsächlich etwas kompliziert. Bei 79582 z.B. muss man ja beim Lesen und Aussprechen ständig hin und her springen: Also erst die 2., dann die 1., dann die 3., dann die 5. und dann die 4. Zahl sprechen.

Im Russischen werden einfach alle Zahlen hintereinander gesprochen, also: 7 Zehn 9 Tausend 5 Hundert 8 Zehn 2. Das ist wirklich etwas einleuchtender. Ähnlich machen es die Engländer.

In Frankreich ist es auch einfach, allerdings ergeben sich einige Zahlen erst durch Rechnung aus anderen und haben gar keine eigenen Namen: 60 10 9 Tausend 5 Hundert 4 (*) 20 und 2.

Wie ist das in anderen Sprachen?

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Es ging darum, dass Marketingexperten sich immer ausgeklügeltere Methoden ausdenken, um uns zum Kauf eines Produktes zu bewegen. Der Experte meinte, wir seien alle (er schloss sich ausdrücklich ein!) durch unsere Leidenschaften bestimmt und genau da hake die Werbung ein und verspreche (vermeintliche) Befriedigung dieser Leidenschaften. Der große Teil der Käufer jedoch denkt, dass er völlig rational entscheidet und sich in keinster Weise von der Werbung beeinflussen lasse.

Es folgt das Zitat eines von seiner Unbeeinflussbarkeit überzeugten Käufers:

Na ich schaue mir zwar die Angebotsblätter der Discounter an und kaufe das eine oder andere dann auch. Aber eine Werbestrategie wie “Das brauchen Sie aber jetzt unbedingt” zieht bei mir nicht. Ich bin resistent gegen Werbepsychologie.

Hihi.

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Messechef Roland Bleinroth war begeistert von der Menge Besucher der diesjährigen “Internationalen Ausstellung für Caravan, Motor, Touristik”:

Das wird ein Rekordergebnis, das weit über 20% der Besucherzahlen des Vorjahres liegt!

Hört sich ja auch erstmal gut an: Letztes Jahr 10 Besucher, 2008 über 12, denkt man. Liest man aber genauer, stellt sich Folgendes heraus: 20% der Besucherzahlen = 2 Besucher, weit über diesen 20% sind dann vielleicht 4 oder 5 … hm?! Rekordergebnis? ;o)

Quelle: Flughafenfernsehen des Flughafens Stuttgart-Echterdingen am 18.1.08

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tabu!

Das ist jetzt etwas peinlich, aber ich tu’s trotzdem. Außerdem hat ja wohl jeder ein paar merkwürdige Angewohnheiten. Also gut: Ich sterbe für gefrorene Hefeklöße.

Da habe ich meinen Lieblingsladen mit dem Lieblingsverkäufer Käufi, bei dem ich das Zeug beziehe. In letzter Zeit hörte ich munkeln, dass das in Zukunft nicht mehr so einfach sei mit dem Klößen aber bisher hat es noch immer geklappt.

Nur letztens, da kam ich rein und die Hefekloßtruhe war abgeschlossen. Ich erkundigte mich bei Käufi und der sagte, es sei nicht mehr erwünscht, dass blonde Frauen aus Berlin die Klöße wegkauften. Verständlicherweise war ich schockiert, der Stoff, den ich dringend brauchte, sollte auf einmal unerreichbar sein? Vorerst mal noch sachlich, fragte ich nach Gründen. Die waren natürlich der totale Witz: Das könnte die Haare schädigen, die Kühltruhe muss immer ausgelastet sein, ich solle lieber Joghurt kaufen. Den finde ich jedoch ekelhaft.

Also flippte ich aus: Ich schrie, schmiss mich hin, streckte die Füße in die Luft. Als ich fertig war, guckte ich Käufi erwartungsvoll an. Ich erwartete, dass er ob meiner Verzweiflung einlenken würde, er sagte jedoch nur eisern “Na und?”. Wieder tickte ich aus. Hinschmeißen, Füße und Arme gen Himmel strecken, zappeln, brüllen Haare raufen, trampeln…. Nichts. Danach versuchte ich es anders: Och bütteee, büüüüttttte, bühühütttäääää!!! Nichts. Dann weinte ich, guckte traurig, kündigte Depressionen an, machte schwarze Augen… Immer noch nichts.

Es macht einen echt fertig, so machtlos zu sein. Also drehe ich den Spieß jetzt um: Ich verzichte auf die Klöße. Die können mir mal gestohlen bleiben. Und wenn Käufi mich irgendwann anfleht, doch wieder Klöße zu nehmen – ich bleibe hart. Und jedesmal, wenn ich an der Truhe vorbeigehe, gucke ich weg und lassen mir nicht anmerken, wie süchtig ich eigentlich danach bin.

hefe.gif

Ab jetzt ist das Zeug tabu. Macht eh nur dick, der Hefekloß.

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Vom Wesen der Wesen

Hier sitz ich in der Kammer nun,
verfolge all das wilde Tun
des Windes und der Regenwolken.
Den Kampf, der unermüdlich tobt,
bald zieht der Frost, bald Sonne lockt.
Bald ist es blau, bald weiß geflockt.

Ein Vöglein in der Tanne hockt.
Es dreht den Kopf, mal rechts, mal links,
hüpft hin und her, am Ende gar hings
kopfüber am Ast
als ob es suche,
nur weiß ich nicht, was.

Doch plötzlich reißen die Wolken auf,
ein Sonnenschauer nimmt seinen Lauf
gen Tanne,
erreicht, beglitzert, übergießt sie mit Gold –
ein Schauspiel, das ewig so gehen sollt!

Das Vöglein, voll Wonne auf dem höchsten Ast
sitzt, singt, tiriliert frei von jeglicher Last.
So sieht man, dass die Lust der Wesen
die Sonne ist und nicht der Regen.

Vöglein, voll Wonne auf dem höchsten Ast

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Gestern wurde beschlossen, dass der Frankfurter Flughafen eine neue Landebahn bekommt. Dafür werden über 200 ha Fläche benötigt, ein großer Teil des Kelsterbacher Stadtwaldes muss dran glauben.

Außerdem wurde auch gleich klargestellt, dass man nun das Nachtflugverbot nicht aufrechterhalten könne, wie es den Bürgern eigentlich versprochen war.

Zu Recht regt sich darüber der Bürgermeister von Kelsterbach auf:

… und dann wird mit nur einem Pinselstrich (Anm. d. Red.: = Unterschrift) das alles wettgemacht. Da kann einem ja schon mal der sprichwörtliche Gaul durchgehen

Wettgemacht?! Na dann ist ja gut ;o)

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