So richtig Lust habe ich grad nicht, hier was zu schreiben. Nicht, weil es nichts gäbe. Aber es ist alles so aufregend, schön, schrecklich und verwirrend, dass ich einfach kaum weiß, wie ich das hier schreiben soll.
Mein Vorstellungsgespräch lief ganz gut würde ich sagen. Und da man in so einer Situation ja kaum Zweifel oder Unsicherheiten äußern darf, habe ich zu allem ja und amen gesagt. Auch wenn ich mir gar nicht sicher bin, ob ich das wirklich will. Also: Ja, klar, ich will in Russland arbeiten! Umzug nach Moskau – klar, toll! Und am liebsten arbeite ich mit Kundenkontakt usw. Ach, mir wird ganz schlecht. Und je länger ich drüber nachdenke, desto schlechter habe ich mich präsentiert – denke ich. Und was kann ich überhaupt, naja, das hatten wir ja schon mal.
Denn die Konsequenzen sind ja klar: Wenn das klappt, werde ich eine ganze Weile nicht mehr hier in Deutschland leben. Das ist natürlich spannend und ich freu mich auch darauf.
Andererseits läufts auch grad wieder mal gut mit dem Verehrten.
Und da ich ja dieses schöne Zimmer im Wohnheim, in dem ich grad wohne, in zwei Wochen wieder an die Hauptmieterin abgeben muss, ziehe ich für die Zeit der Jobsuche zu ihm. Und das finde ich natürlich auch ganz spannend und freu mich da auch sehr drauf. Wann werden wir uns streiten? Was werde ich nach 3 Tagen unausstehlich finden? Wie ertrage ich es überhaupt, gar keine Arbeit mehr zu haben und ich so einem kleinen Kaff rumzuhocken.
Kann ja auch sein, dass es gut klappt und ich es dann ganz furchtbar finde, dass ich jetzt nach Moskau “muss”. Ich befürchte es.
Naja, und dieses ganz Kuddelmuddel ist so schwer in Worte zu fassen und ich bin grad so hin und her gerissen, dass ich es gar nicht beschreiben kann.



