schon seit Jahrhunderten horten Menschen Sachen. Dies verwundert nicht, hört man doch, dass wir einem Volk der (Jäger und) Sammler entsprungen seien. Ganz besonderes Augenmerk liegt auf der Versorgung mit Nahrungsmitteln in den Zeiten des Vegetationsstillstandes.
Da wurde früher dann eingekocht, geräuchert, eingelegt, eingekellert, mariniert, getrocknet, gekühlt, gepökelt, vergoren usw. Die meisten dieser Konservierungsmaßnahmen sind auch heute noch bekannt und werden in der Praxis eingesetzt. Der Grund ist inzwischen nicht mehr primär die Vermeidung von Hungersnöten, sondern hat etwas mit Überdruss zu tun. Man möchte (hierzulande üblicherweise saisonal auftretende) Früchte, Gemüse usw. auch in der Zeit verspeisen, in der sie normalerweise nicht wachsen. Ihrer während der Saison überdrüssig geworden, weiß man jedoch, dass man sich nur einige Wochen später wieder gelüstelnd nach ihnen verzehren wird.
Auch ich neige stark zum Ansammeln selbstgemachter Vorräte, insbesondere sammle ich das Verarbeitungsprodukt einer Spezies, der ich in den Monaten Juni, Juli meist im Überfluss ausgesetzt bin – der Erdbeere. Ich stelle dann Unmengen von Erdbeermarmelade her. Stellen sich dann im Winter Gelüste ein ….
Nun ist aber die einfache Befriedigung der Gelüste oft nicht genug, die Marmelade soll auch noch gut aussehen. Zudem eignet sich Selbstgemachtes auch hervorragend als Mitbringsel, aber eben nur, wenn es gut aussieht.
Wir wissen ja, dass Farben durch Licht ausbleichen und Oxidation Stoffen eine bräunliche Farbe geben kann.
Um herauszufinden, wie man solche Schäden abwenden kann, begann ich im Jahre 2006 einen umfangreichen Versuch. Frisch hergestellte Erbeermarmelade wurde unter 3 verschiedenen Bedingungen gelagert. Folgendes Bild illustriert das Versuchsergebnis nach einer 19-monatigen Lagerung:
V1 (links):
Marmelade wurde nach dem Abkühlen eingefroren (immer dunkel, immer unter 0°C)
V2 (mitte):
Marmelade aufbewahrt in wenig benutztem Küchenschrank (selten direkter Lichteinfall, jedoch auch nicht völlig dunkel, keine Kühlung)
V3 (rechts):
Marmelade in 3 Lagen Zeitungspapier eingewickelt und in o.a. Küchenschrank gelagert.
Man sieht zwischen den 3 Varianten deutliche Unterschiede: Die geringsten Farbänderungen ergaben sich bei V1. V2 wirkt deutlich ausgebleicht. V3 zeigt einen dunklen, wenig intensiven Farbton aber auch keine Aufhellung wie V2.
Fazit:
Die beste Lagerung für farbempfindliche Marmeladen ist das Einfrieren und die damit verbundene Dunkellagerung. Um die Farbe zu erhalten, sollte Lichteinfluss vermieden werden. Mit geeigneten Temperaturen kann auch die Oxidation, die zu Braunfärbung führt, verhindert werden.
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