Feeds:
Posts
Comments

Posts Tagged ‘Moskau’

Ankunft in Moskau

Ich habs geschafft.

Gestern bin ich in Moskau-Vnukovo gelandet, sah die Schlange an den Marschrutkas (Kleinbusse) und dachte mir, dass ich dann mal den Elektropoesd, den Elektrozug ausprobiere. Eigentlich hatte ich es ja eilig, da ich noch etwas von der Konferenz mitkriegen wollte. Nun ja, auf den Zug musste ich fast eine Stunde warten und dann war er noch doppelt so teuer wie die Marschrutkas. Ich hatte mir unter Elektrozug irgendwas Hypermodernes vorgestellt und was dann da in den Bahnhof rumpelte schockte mich erstmal. Ein total veranzter grauer Zug mit tuffigen Polstern und Vorhaengen. Mein Laune, die eh schon nicht die allerbeste war, sank gegen Null.

Dann zuckelte dieser Zug eeewig Richtung Moskau.

An der Kievskij Station, rannte ich dann erstmal mit weiteren Leuten um den Bahnhof herum, um die Metrostation zu finden. Als auch das und noch ein Umstieg geschafft war, stieg ich an der Zielstation aus.

Ich hatte mir zu Hause schon rausgesucht, wie ich dann zur Uni komme und es schien alles ganz einfach zu sein. Aber wie gesagt – es SCHIEN. Die Metrostation war umrahmt von mehreren sich kreuzenden Gleisen, ueber die man erstmal rueberkommen musste. Dafuer lief ich alse erst kilometerweit ich die eine Richtung, ueberquerte die Gleise, wobei ich noch illegalerweise den Bahnhof benutzte, den man eigentlich nur mit Fahrkarte betreten darf.

Dann auf den anderen Seite wieder zurueck. Immer wieder fragte ich Leute, wie ich denn zur Uni komme und irgendwie schien niemand die Uni zu kennen. Vielleich war es denen aber auch zu kompliziert, das einem Auslaender zu erklaeren. Ein paar Studenten konnte mir immerhin dann ein Wohnheim zeigen. Nach mehreren weiteren Stationen ueber verschiedene Wohnheime, Wachleute und Administratoren fand ich das richtige Wohnheim, nur nicht den Eingang. Ziemlich demoralisiert gings dann zum Hauptgebaeude, in dem die Konferenz inzwischen jedoch beendet war. Ein letzter Teilnehmer brachte mich dann aber endlich zu den Apollnikis, unserer Apollo-Gruppe. oerks.

Der heutige Tag begann frueh, naemlich waren wir bereits um 7 zu einer ersten Besprechung verabredet. Da merkte ich, dass ich mir die russische Mentalitaet schon sehr abgewoehnt hatte – wir warteten naemlich ein halbe Stunde, ohne dass jemand auftauchte. Aber so ist das halt, es fuehlt sich dann auch niemand verpflichtet, irgendwas zum Zu-spaet-kommen zu sagen, das ist eben so.

Nach einer Podiumsdiskussion wurden dann in Arbeitsgruppen verschiedene Themen diskutiert. Wir organisierten die Gruppe “Handel”.

Russland ist ja gerade in Beitrittsverhandlungen  mit der WTO. Es gab die Meinung, dass der WTO-Beitritt die russische Landwirtschaft total zerstoeren wuerde. Vor allem die Qualitaet der Produkte sei ein Problem. Man muesse mit westlicher Technik arbeiten, um dies in den Griff zu bekommen. Insofern ist also der Handel von Technik ein wichtiger Faktor fuer erfolgreiches Wirtschaften.

Gespalten sehen die Leute allerdings die Aktivitaeten der reichen Holdings im Lande. Die seien nur auf Profit aus, wuerden riesige Gewinne machen und das Geld dann aber mit ins Ausland nehmen. Aber ob ohne die Holdings Firmen wie Claas, John Deere oder BASF  hier investieren wuerden, ist fraglich.

Ansonsten fange ich langsam an, mich wieder an die Eigentuemlichkeiten zu gewoehnen: daran, dass die letzte Treppenstufe immer nur halb so hoch ist, daran, dass die Deschurnaja (Diensthabende) im Wohnheim mit Argusaugen ueber die Zimmer wacht, daran, dass man ohne einen Gaesteausweis beim Betreten fast erschossen wird ;o), daran, dass es zum Kaffe nur Instandkaffee schon mit Zucker und Milch(-pulver) gibt und auch an die russische Tastatur am Computer.

Read Full Post »

Design a site like this with WordPress.com
Get started